STAR TREK COMPANION
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DS9: Wie gut sind die einzelnen Staffeln?

 

Season 1

Der beste Pilotfilm aller Star Trek-Serien, in dem nahezu alle Handlungsfäden der späteren Serie bereits begonnen werden (welche andere Franchise-Serie kann das schon von sich behaupten?). Danach muss sich Deep Space Nine allerdings erst einmal finden und startet mit relativ belanglosen Alien-of-the-Week-Episoden bei nicht immer gegebener Charakterentwicklung. Bajor und seine politische Situation kommt etwas kurz - eine verschenkte Chance -, dafür grüßt der Gamma-Quadrant. Q ist auf DS9 wahrhaft unerwünscht, die große Kai Opaka für meinen Geschmack zu schnell verschwunden. Ab der zweiten Hälfte geht es allerdings klar bergauf. Höhepunkt ist für mich Kiras allmähliche Wandlung von der kantigen Terroristin zur verantwortungsvollen Offizierin, die die Welt differenzierter wahrzunehmen beginnt (Muliboks Mond, Der undurchschaubare Marritza). Staffel eins ist zwar noch weit vom späteren Qualitätsniveau weg, doch man merkt der Serie bereits hier an, dass sie Fehler wie zu Beginn von TNG vermeidet und eigene Wege einschlägt. Der bunte, diversifizierte Cast lässt Figurenentwicklungen zu, wie sie in einer starren Sternenflotten-Umgebung undenkbar gewesen wären.

Top 3-Episoden: Der Abgesandte, Der undurchschaubare Marritza, Muliboks Mond

Gesamtbewertung:

 

 

Season 2

Zu Beginn des zweiten Jahres wird endlich die Bajor-Handlung erheblich vorangetrieben. Zwar ist es schön, dass dem Thema ein Dreiteiler gewidmet wird, allerdings ist dieser Auftakt nicht besonders überzeugend. Der bajoranische Bürgerkrieg kommt quasi aus dem Nichts, kämpft mit schweren Logikdefiziten und wird nie wieder ein Thema sein. Trotz manch handwerklicher Fehler und der einen oder anderen langatmigen Folge ist Staffel zwei an einer Stelle hervorragend: Durchgehend stimmiges World- und Characterbuilding mit hoher Kontinuität (Bajor/Cardassia, Garak, Dukat, Quark, Odo etc.) und starken TNG-Bezügen. Als Vorarbeit für Künftiges macht die Staffel einen prima Job. Die beiden Maquis-Episoden und O’Briens Verurteilung auf Cardassia (Das Tribunal) sind für mich der dramatische Höhepunkt in einem sorgsam bereiteten, authentischen und erfrischend komplexen Setting. Zum Schluss winkt das Dominion mit einer Auftaktepisode, die an sich zwar nicht vom Hocker reißt, dafür aber der Serie buchstäblich den Boden unter den Füßen wegziehen wird (im positiven Sinne).

Top 3-Episoden: Der Maquis, Das Tribunal, Das Implantat

Gesamtbewertung:

 

 

Season 3

Dominion-Paranoia greift um sich! Nachdem klar ist, dass die Supermacht von der anderen Seite der Galaxis nichts Gutes im Schilde führt, beginnt der Alpha-Quadrant allmählich nervös zu werden. Deep Space Nine erhält ein hochpotentes, tarnfähiges Kriegsschiff, das selbst ein Politikum ist, Cardassianer und Romulaner wagen einen verhängnisvollen Alleingang im Gamma-Quadranten, und das Dominion ist trotzdem allen einen Schritt voraus. Dank perfekter charakterlicher Vorarbeit in den vergangenen Staffeln bekommt Odo einen faszinierenden Hintergrund und steigt zu einer der wichtigsten Figuren auf. Auch Garak glänzt erneut, während sich seine Vergangenheit allmählich lichtet. Mit Der Widersacher endet die Staffel ähnlich düster und bedrohlich wie sie angefangen hat. Jenseits des Dominion-Plots hat das dritte Jahr eine ganze Reihe gut gemachter Folgen vorzuweisen (u.a. Die zweite Haut, Der Visionär, Das Haus Quark, Gefangen in der Vergangenheit, Herz aus Stein, Trekors Prophezeiung, Das Equilibrium)

Top 3-Episoden: Der geheimnisvolle Garak, Die zweite Haut, Der Widersacher

Gesamtbewertung:

 

 

Season 4

„Zuerst waren es die Cardassianer, dann war es das Dominion – und jetzt sind es die Klingonen!“ Quark hat Recht – und es ist einfach grandios. Auf die Dominion-Staffel folgen ganz unerwartet die Krieger von Qo‘noS. Aber auch die drehen langsam am Rad und kehren im Angesicht der Bedrohung durch das Dominion zu alten Gewohnheiten zurück. In Der Weg des Kriegers – zweifellos eine der besten Star Trek-Doppelfolgen überhaupt – setzen sie den halben Quadranten in Brand, und dazwischen sind Sisko und seine Crew und müssen zusehen, wie sie das letzte Bisschen Stabilität bewahren. Worfs Transfer nach DS9 erscheint organisch; er findet rasch in den Cast und ist schon nach kurzer Zeit nicht mehr wegzudenken. DS9 baut hier das liebgewonnene TNG-Universum gekonnt und ohne Brüche zu einem politischen Wandteppich aus, und die Station wird zum Nexus der Ereignisse. Worldbuilding vom Feinsten! Politisch und moralisch ist der Zweiteiler Die Front/Das verlorene Paradies ein Genuss und brilliert bei einem Thema, wo die TNG-Folge Die Verschwörung noch kläglich versagte. Daneben spinnt DS9 viele frühere Bögen weiter und sorgt  insbesondere mit Blick auf das Maquis-Thema für einen echten Knall. Die deutlich beste, authentischste und abwechslungsreichste DS9-Staffel.

Top 3-Episoden: Der Weg des Kriegers, Die Front/Das verlorene Paradies, In eigener Sache

Gesamtbewertung:

 

 

Season 5

Zeigte das Dominion in Staffel drei und vier eindrucksvoll, welch mächtige Waffe Furcht sein kann, setzt es nun auf die andere Seite der Milchstraße über. Dass es die Cardassianische Union als neuen Partner und Brückenkopf gewinnt, leitet sich perfekt aus den Geschehnissen der letzten Staffel ab. Die Schatten der Hölle/Im Lichte des Infernos stellt die Weichen für die kommenden Jahre, auch wenn hier die Apokalypse noch einmal vertagt werden kann. Mit der Verminung des Wurmlochs durch die Sternenflotte greift dann das Dominion endgültig Zu den Waffen! – definitiv eines der besten Staffelfinales und einschneidender Auftakt eines siebenteiligen Handlungsbogens. Trotz teils wunderbarer Charaktermomente (Dax/Worf, Sisko/Eddington) und Bashirs grandioser ‚Neuerfindung‘ (Dr. Bashirs Geheimnis) verliert sich die Vorkriegsstaffel zeitweilig aber in den Nebenkriegsschauplätzen des Einzelepisoden-Kleinklein. Da hätte ich lieber mehr von Siskos aufwühlender Maquis-Jagd gesehen anstatt Liebeleien, Risa-Ausflüge, heilige Visionen, Formwandler-Babys und Ferengi-Comedy. Man beginnt langsam zu staunen, mit was für einem großen Aufgebot an überzeugenden Gastrollen DS9 bis zum Schluss jonglieren wird!

Top 3-Episoden: Zu den Waffen!, Im Schatten der Hölle/Im Licht des Infernos, Für die Uniform

Gesamtbewertung:

 

 

Season 6

Nach dem packenden Siebenteiler rund um die (Rück)Eroberung von DS9 geht dem Dominion-Krieg ein wenig die Puste aus. Es folgen viele Zwischen- und Füllerepisoden, trotz der einen oder anderen schönen Charakterstory (allem voran Dax‘ und Worfs junge Ehe, der leider kein langes Leben vergönnt sein wird). Teilweise verwässert der zunehmende Kuschel- und Soapkurs (siehe auch Odo/Kira) die Atmosphäre des Kriegs. Eine herausragende Einzelfolge und zentraler Wendepunkt für den Krieg ist die Episode Im fahlen Mondlicht, der es gelingt, schwierige und fragwürdige moralische Entscheidungen in Star Trek-konformer Weise anzugehen. Toll erzählt! Dass die Bajor-Handlung nicht komplett fallen gelassen wurde, rechne ich den Autoren an; leider können mich Pah-Geister und Propheten nicht hinterm Ofen hervorlocken. Das gilt dann auch für die letzte Episode, in der der vielschichtige Charakter Dukat endgültig zugunsten eines wahnsinnigen Psychopaten zerstört wird. Dax‘ Abgang hinterlässt eine Lücke, die zu diesem späten Zeitpunkt der Serie nicht gefüllt werden kann.

Top 3-Episoden: Sieg oder Niederlage?, In fahlem Mondlicht, Jenseits der Sterne

Gesamtbewertung:

 

 

Season 7

Die Finalstaffel kämpft mit Ermüdungserscheinungen und ein paar weiteren Problemen. Der Entschluss, Dax eine Nachfolgerin zu spendieren, war nicht unbedingt glücklich, denn viel zu spät in der Serie wird Aufbauarbeit für Ezri geleistet, wo andere Themen drängender gewesen wären. Von unter die Haut gehenden Episoden wie Die Belagerung von AR-558 abgesehen ist der Dominion-Krieg in der ersten Hälfte der Staffel zu wenig präsent. Dafür entschädigt ein durchgehender Storyarc der letzten zehn Episoden, die den Dominion-Krieg teils routiniert, teils mit der einen oder anderen packenden Wendung zu Ende führen. Besonders bemerkenswert erscheint die Idee der Autoren rund um Sektion 31, die Roddenberrys Star Trek-Gesetze von der perfekten Zukunftsgesellschaft der Föderation endgültig gegen den Strich bürstet. Die finale Doppelfolge ist nicht der große Knaller. Eher unbefriedigend ist das Ende von Dukat, dessen Figurenzeichnung seit der Rückeroberung von DS9 einen stetigen Niedergang erlebt hat. Alles in allem eine gute, wenn auch manchmal zu soapige Abschlussseason für die bis dato ungewöhnlichste Star Trek-Serie.

Top 3-Episoden: Extreme Maßnahmen, Die Belagerung von AR-558, Kampf mit allen Mitteln

Gesamtbewertung:

 

 

B'rel-Klasse Vor'Cha-Klasse K't'inga-Klasse Negh'Var-Klasse K'Vort-Klasse