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Datenbank / Politische Machtblöcke / Borg-Kollektiv

 

Die Borg-Königin (2377). Der Unikomplex ist die Herzkammer des gigantischen Borgraums.

 

Allgemeines

Das Borg-Kollektiv ist eine erschreckend mächtige Zivilisation künstlich verbesserter Humanoide, die ihre Wurzeln in den Tiefen des Delta-Quadranten haben. Die Frage nach ihrem Ursprung hat eine Reihe von Spekulationen hervorgebracht. Fest steht, dass die Borg eine umfängliche Symbiose aus Organik und Technik eingehen und mithilfe kybernetischer Implantate sowohl ihre technologischen als auch körperlichen Fähigkeiten bemerkenswert erweitern.

Sämtliche Borg-Drohnen sind durch ein fortschrittliches Subraum-Kommunikationsnetzwerk miteinander verbunden und bilden zusammen ein kollektives Bewusstsein aus. Dies ist gleichzeitig die Grundstruktur ihrer Organisation, sodass Individualität bei ihnen ein bedeutungsloses Konzept darstellt und bekämpft wird.

 

Wertesystem

Anzunehmen, Borg-Drohnen würden aus freien Stücken miteinander Informationen austauschen, entspricht jedoch nicht der Wirklichkeit. Vielmehr zwingt ein aggressives Hive-Bewusstsein, verwaltet durch eine Borg-Königin, die einzelnen Glieder des Kollektivs zur Gefügigkeit. Diese Erkenntnis verrückt das in den ersten Jahren nach dem Erstkontakt angenommene Bild des Kollektivs von einer „quasi-kommunistischen“ Gesellschaftsordnung hin zu einer cybertechnischen Diktatur. Diese nach innen gerichtete, absolute Autorität findet ihre Entsprechung auch in der auswärtigen Philosophie dieser Spezies: Borg expandieren, lernen und pflanzen sich fort, indem sie andere Individuen bzw. Völker in ihr Kollektiv assimilieren. Vor diesem Hintergrund beschreibt Captain Jean-Luc Picard – selbst während der ersten Borg-Krise 2366/67 für sechs Tage assimiliert – in seinen Logbüchern das Hive-Bewusstsein in erster Linie als „Diktatur des grenzenlosen Hungers, mehr Wissen, Technologie und Leben in sich hineinzuabsorbieren“.

Um andere Völker assimilieren zu können, verwenden die Borg höchst anpassungsfähige Nanosonden, welche in den Blutkreislauf des Opfers injiziert werden, um dessen DNS neu zu strukturieren und eine Ankoppelung an das Hive-Bewusstsein zu gewährleisten. Nach diesem ersten Schritt, durch den eine Drohne bereits geschaffen wurde, wird der neue Borg einem Bioextraktionsprozess unterzogen, um ihn mit technischen Hilfsmitteln auszustatten, durch die er seine künftigen Aufgaben passgenau erfüllen soll. Bemerkenswert ist, dass die Borg nur Zielobjekte assimilieren, die aus ihrer Sicht das Kollektiv bereichern können.

Ist jedoch eine Person erst einmal assimiliert worden, so gibt es nur in wenigen Fällen und unter günstigen Umständen einen Ausweg über eine Re-Assimilation. Der kohärente Hive-Geist unterdrückt nämlich mit schrittweise vernichtender Wirkung Persönlichkeit und Erinnerungsengramme, aus deren Inhalt im Kollektiv Nutzen geschlagen wird. Auf diese Weise wird deutlich, wie das Hive-Bewusstsein tatsächlich funktioniert: „Der Einzelne bedeutet dem kollektiven Willen nichts, die Gemeinschaft hingegen alles“, schreib Captain Isaac Amasov und schlussfolgert, dass die Borg eben aufgrund ihrer Individualitätsfeindseligkeit bösartiger als andere Völker seien, die der Föderation bislang begegnet sind. Diesem Standpunkt widerspricht Flotten-Admiral Jeremiah Hayes, der die Borg lieber als „triebgesteuerte, hoch anpassungsfähige Naturgewalt“ betrachtet und damit eher auf der Seite Picards steht.    

Ein Mysterium ist und bleibt der Status der Borg-Königin. Zum einen ist nicht klar, ob es nur eine einzige Königin gibt oder mehrere. Zum anderen wird über ihre konkrete Funktion innerhalb des Kollektivs nach wie vor gerätselt. Jenseits ihrer koordinierenden Aufgabe, die sie ohne Zweifel für den Schwarm übernimmt, scheint die Königin der einzige Borg zu sein, dem vom Kollektiv eine eigene Individualität zugestanden wird. Entsprechend verfügt sie allem Anschein nach über einen eigenen Willen, der sich nicht immer zu einhundert Prozent mit den Zielsetzungen des Kollektivs zu decken scheint. Als er 2373 der Königin erneut begegnete, erinnerte sich Captain Picard, er habe sich der Borg-Königin „freiwillig zum Geschenk machen müssen“. Inwiefern die Königin das Kollektiv im Wesentlichen repräsentiert und widerspiegelt oder ihm ein eigenes autoritäres Gegengewicht setzt, ist eine Frage, die bis heute ungeklärt ist.

 

Außenpolitik

Als die Föderation im Jahr 2365 zum ersten Mal Kontakt mit den Borg hatte, begannen diese bereits eine Expansion in die Randgebiete des Beta-Quadranten. Hierbei zerstörten vermutlich mehrere kleinere Sphären Ende des Jahres 2364 entlegene Grenzaußenposten der Föderation und Romulaner im Tarod-Sektor entlang der Neutralen Zone. Wie sich erst später herausstellen sollte, fiel die 2362 verschwundene U.S.S. Tombaugh den Borg zum Opfer und war damit das erste vom Kollektiv assimilierte Sternenflotten-Schiff.

Zunächst war unbekannt, dass das Kollektiv Assimilation betreibt. Dies erschloss sich erstmals Ende 2366, als ein Borg-Kubus eine Invasion der Föderation durchführte mit dem Ziel, die Erde zu assimilieren. 2373 folgte ein zweiter Angriff durch einen Kubus. In beiden Fällen konnte die Sternenflotte die Invasionen unter beträchtlichen Verlusten stoppen. Insgesamt verlor die Föderation allein in den ersten zehn Jahren seit dem Erstkontakt mit den Borg Zigtausende Kolonisten und Sternenflotten-Offiziere sowie rund 70 Schiffe und ein Dutzend Außenposten.

Insbesondere durch die Informationen, welche die U.S.S. Voyager während ihrer Zeit im Delta-Quadranten sammelte, erfuhr man, dass die Borg bereits seit vielen Jahrhunderten dem Rhythmus folgen, sich über assimilative Einverleibung anderer Völker auszudehnen. Von besonderem Nutzen ist ihnen dabei ein komplexes Netzwerk aus Transwarpkorridoren sowie eine Koordination von einem zentralen Schwarm aus, der so genannten Unimatrix 01. Beides konnte jedoch bei der letzten Begegnung Anfang 2378 von der Sternenflotte schwer beschädigt, wenn nicht sogar zerstört werden, womit der Status des Borg-Kollektivs im späten 24. Jahrhundert nicht geklärt ist.

Anmerkung: Für eine Fortsetzung der Borg-Geschichte sorgen allerdings die Serien-Relaunches von Pocket Books; darauf wird in der Borg-Chronologie in der Datenbank eingegangen.

 

Stellarkartografie

Tempest-Miniserie, sieben Romane (2003-2005)

Der Borg-Raum liegt ganz überwiegend in den Tiefen des Delta-Quadranten. Obwohl niemand genau weiß, wie groß er tatsächlich ist, ist davon auszugehen, dass das Territorium des Kollektivs viele zigtausend Lichtjahre umspannt. Damit ist das Borg-Kollektiv die mit Abstand größte Macht in der Milchstraße. Inwiefern die Borg begonnen haben, auch Fuß in den Beta- oder Gamma-Quadranten zu setzen, ist nicht bekannt. Angesichts der Angriffe auf föderierte und romulanische Außenposten am 'oberen' Ende der Neutralen Zone ist es jedoch denkbar.

Eine Besonderheit ist, dass der Borg-Raum nicht ein zusammenhängendes Gesamtgebilde ist wie im Fall der allermeisten anderen Mächte. Aufgrund der unterschiedlichen Verfügbarkeit stabiler Transwarpkanäle in verschiedene Sektoren innerhalb der Galaxis hat sich das Kollektiv im Zuge seiner Assimilationsinvasionen größere und kleinere Territorien geschaffen, die als Inseln existieren und vom Transwarpnetz zusammengehalten werden. Als kommunikatives und koordinierendes Zentrum des Gesamtschwarms fungiert Unimatrix 001, die im Herzen des mit Abstand größten zusammenhängenden Borg-Gebiets im Delta-Quadranten angesiedelt ist.

 

Übersicht der Schiffsklassen: Sternenflotte (~2375)

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