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Datenbank / Historische Ereignisse / 2364-74: Romulanische Gefahr

 

 

Im Jahr 2364 beendet das Romulanische Sternenimperium seine zweite große Isolationismusphase, die, mit einigen Unterbrechungen in den 2340er Jahren, seit dem Tomed-Zwischenfall vorherrschte. Nur wenige Jahre nach ihrer Rückkehr in die interstellare Politik sieht sich die Föderation einer erneuten, schwerwiegenden Bedrohung durch die Romulaner ausgesetzt. Diese hält bis in die frühen 2370er Jahre an, ehe sich die Beziehungen beider Mächte aufgrund des gemeinsamen Kampfes gegen das Dominion verbessern.

 

Hintergrund

Mit dem Tomed-Zwischenfall (2311) wurde den auf rücksichtslose Expansion kalkulierenden romulanischen Machthabern auf einen Schlag bewusst, wie nah ihr Verhalten sie an einen neuen Krieg mit der Föderation geführt hatte. In einer Schockreaktion zog man sich zurück und schottete sich ab. Dies war der Beginn der zweiten Isolationismusphase des Sternenimperiums (nach 2160-2266), die für die kommenden fünf Jahrzehnte anhalten sollte.

Ende des Jahres 2364 befanden die Romulaner den Zeitpunkt für richtig, die selbst verordnete Zurückgezogenheit für beendet zu erklären und wieder in die galaktische Politik einzugreifen. Obwohl nicht abschließend geklärt ist, welche Faktoren zur Aufgabe der romulanischen Selbstisolation führten, liegt ein Grund in der Zerstörung mehrerer Grenzaußenposten im Tarod-Sektor. Die Romulaner entsandten mehrere Warbirds, um die Ursache für die Vernichtung ihrer Beobachtungsstandorte zu klären. Verdächtigte man anfangs die Föderation, die Außenposten angegriffen zu haben, stellten die Romulaner kurz darauf fest, dass auch auf der anderen Seite der Neutralen Zone Vorposten zerstört worden waren. Die dahinter stehende, unbekannte Macht würde erst ein Jahr später als Borg-Kollektiv in Erscheinung treten, doch das Sternenimperium hielt es nun für ausgeschlossen, sich länger auf sich selbst zurückzuziehen.

Der Föderation wurde die Ankündigung gemacht, dass man von nun an wieder aktiv für seine eigenen Interessen arbeiten werde. Angesichts der Tatsache, dass sich sowohl die Planetenallianz als auch das Klingonenreichs in den letzten fünf Jahrzehnten ausgedehnt hatten, sah sich das Imperium ins machtpolitische Hintertreffen geraten, was in Zukunft wieder ausgeglichen werden sollte. Wie ernst es den Romulanern war, sich Vorteile gegenüber der Föderation zu verschaffen, zeigte etwa die Jagd um die Heimatwelt der untergegangenen Zivilisation der Iconianer in der Neutralen Zone (2365).

 

Bedrohungsszenarien

Allerdings war zu diesem Zeitpunkt noch nicht absehbar, dass die Romulaner bald schon einen regelrecht feindseligen und aggressiven Kurs gegenüber der Planetenallianz einschlagen würden. Grund für diese Verhaltensänderung, die ab 2366 einsetzte, ist ein Regierungswechsel hin zu einer revanchistisch ausgerichteten Administration. Einige der führenden Köpfe, wie zum Beispiel Prokonsul Neral (später selbst Prätor) oder Senator Vreenak, wurden der Föderation im Laufe der Zeit bekannt. Ihr politischer Aufstieg vollzog sich in der ersten Hälfte der 2360er Jahre, sodass vieles auf einen Staatsstreich hindeutet, der im Zeitraum zwischen der ersten Wiederbegegnung und den Zwischenfällen im Bereich der Neutralen Zone stattgefunden haben könnte.

Über die kommenden Jahre kristallisierte sich mehr und mehr heraus, dass die neue romulanische Regierung eine Reihe von Plänen ergriffen hatte, um der Föderation Schaden zuzufügen. Allerdings vermied sie es dabei, offen vorzugehen, sondern wählte die Mittel von Intrige und List. Im Folgenden sei ein kurzer Abriss der Ereignisse geboten:

  • 2366 stürzte ein romulanisches Scoutschiff auf Galorndon Core ab, einer ungastlichen Föderationswelt nahe der Neutralen Zone. Zwei Insassen wurden dabei gefunden, obwohl von romulanischer Seite zunächst gesagt wurde, es handele sich lediglich um eine Ein-Mann-Besatzung. Ein romulanischer Warbird durchquerte kurz darauf eigenmächtig die Neutrale Zone und verletzte den Föderationsraum, um den überlebenden Piloten zu bergen. Tomalak, der Commander des Warbirds, führte eine wenig glaubwürdige Erklärung an, das Scoutschiff habe einem Navigationsfehler unterlegen und sei nur versehentlich auf Galorndon Core abgestürzt. Er drohte mit dem Ausbruch eines neuen Kriegs, sollte er seinen Offizier nicht zurückbekommen. Obwohl die Situation dadurch entschärft werden konnte, dass der Pilot nach seiner Bergung an Tomalak übergeben wurde, kamen die wahren Absichten der Romulaner nie ans Tageslicht. Die Sternenflotte musste davon ausgehen, dass das Scoutschiff einen Spionageauftrag hatte.
  • Wenige Wochen später überquerte in Anwesenheit der U.S.S. Enterprise erneut ein romulanisches Schiff die Neutrale Zone und drang ins Gebiet der Föderation ein. Es handelte sich um ein von einem Warbird verfolgtes und beschossenes Scoutschiff, dessen Pilot die Enterprise offiziell um Asyl bat. Der Überläufer erwies sich als hochrangiger romulanischer Admiral Alidar Jarok, der die Sternenflotte über eine vermeintliche Angriffsbasis in Kenntnis setzte, welches das imperiale Militär auf Nelvana III in der Neutralen Zone errichtet habe – offenbar, um einen Überraschungsangriff auf die Föderation vorzubereiten. Captain Picard drang unter Verletzung des Vertrags von Algeron in die Neutrale Zone ein, um Beweise für die Existenz der Basis zu sammeln, doch bei Nelvana III angekommen, gab es keinen Hinweis auf einen romulanischen Stützpunkt. Kurz darauf enttarnten sich zwei Warbirds, und Commander Tomalak ließ durchscheinen, Gerüchte über eine Angriffsbasis absichtlich  gestreut zu haben, um Jaroks Loyalität zu testen. Unter dem Vorwand, dass diese den Vertrag gebrochen habe, versuchte er, die Enterprise in seine Gewalt zu bringen, scheiterte damit jedoch.
  • Mitte 2367 gelang es den Romulanern erfolgreich, ihre Spionin Selok ins Reich zurückzuführen. Diese hatte in der Rolle der vulkanischen Botschafterin T’Pel das diplomatische Corps der Föderation auf höchster Ebene infiltriert und mannigfache Informationen zu den politischen Initiativen und Plänen der Planetenallianz gesammelt.
  • Ende 2367 wurde der Sternenflotten-Offizier Commander Geordi LaForge von den Romulanern entführt und einer Gehirnwäsche unterzogen. Mittels E-Band-Impuls wurde er so konditioniert, dass er den klingonischen Gouverneur von Krios Prime umbringen sollte, um die Allianz zwischen der Föderation und dem Klingonischen Reich auseinanderzudividieren. Das Attentat konnte im letzten Moment verhindert und die romulanische Manipulation aufgedeckt werden.
  • Als es wenige Wochen darauf zum Bürgerkrieg im Klingonischen Reich kam, vermutete Captain Picard, dass die korrupte Duras-Familie, die den gerade inthronisierten Kanzler Gowron herausfordert, militärische Unterstützung von den Romulanern erhielt. Mithilfe einer Flotte, die sich eines experimentellen Tachyongitters bediente, gelang es ihm, an der klingonisch-romulanischen Grenze mehrere Warbirds auffliegen zu lassen, die den Perimeter mit Kurs auf klingonisches Kernterritorium übertreten hatten. Dadurch unterband die Föderation eine weitere Einmischung der Romulaner zugunsten der Duras in den klingonischen Bürgerkrieg (2367/68), welche ohne ihre externen Unterstützer den Konflikt verloren.
  • Im Frühjahr 2368 lockte der romulanische Prokonsul Neral mithilfe seines Verbündeten Senator Pardek Botschafter Spock unter dem Vorwand nach Romulus, an einer langfristigen Wiedervereinigung mit dem vulkanischen Volk interessiert zu sein. Es stellte sich heraus, dass Neral nie eine friedliche Wiedervereinigung mit den Vulkaniern anstrebte. Stattdessen verfolgte er zusammen mit dem Tal’Shiar den Plan, heimlich romulanische Spione und Truppen nach Vulkan einzuschleusen, um einen Brückenkopf im Föderationsraum zu besitzen. Der Plan konnte vereitelt werden.
  • Nach zwei Jahren relativer Ruhe überfiel ein romulanischer Warbird 2371 das Amargosa-Solarobservatorium. Was die Föderation zunächst für einen unverhohlen aggressiven Akt hielt und diplomatische Verwerfungen auslöste, stellte sich wenige Tage später anders dar. Die Duras-Schwestern hatten eine große Menge der hochgefährlichen Substanz Trilithium von einem romulanischen Geheimaußenposten für den Wissenschaftler Tolian Soran gestohlen, welcher an einer experimentellen Trilithiumwaffe arbeitete, um alle Fusionsprozesse in einem Stern auf einen Schlag stoppen zu können. Es gelang den Romulanern, Soran und das Trilithium zu lokalisieren, woraufhin sie das Observatorium angriffen und seine Besatzung töteten. Obwohl die Föderation das brutale Vorgehen der Romulaner scharf verurteilte, hatte der Zwischenfall keine bleibenden Folgen. Tatsächlich hatte sich die Planetenallianz in eine schwierige Situation gebracht, da Soran sich als Wissenschaftler der Föderation ausgegeben hatte. Die Romulaner wiederum hatten die Zerstörung des Observatoriums in Kauf genommen, weil sie offenbar bezweifelten, dass es deshalb Krieg geben würde. Doch letztlich war die Aktion sinnlos, da sie ihr Trilithium nicht zurückbekamen.
  • Nach der Zerstörung von Schiffen, Stationen und Kolonien im Gamma-Quadranten durch die Jem’Hadar begann das Sternenimperium eine große Gefahr im Dominion zu sehen. Daher erklärte sich die romulanische Regierung unter Modifikation des bestehenden Algeron-Vertrags bereit, die experimentelle U.S.S. Defiant der Sternenflotte mit einer (verschlüsselten) Tarnvorrichtung auszustatten, die sie exklusiv im Gamma-Quadranten einsetzen durfte, um Daten über die Gründer und ihr Reich zu sammeln (dies war der erste Vertrag seit längerer Zeit, der zwischen der Erde und Romulus geschlossen worden war). Im Gegenzug verlangten die Romulaner regelmäßigen Zugriff auf die Tarnung und vor allem eine detaillierte Offenlegung aller von der Defiant gesammelten Informationen. Diese Daten verleiteten das Imperium im Laufe des Jahres 2371 zur Erkenntnis, dass das Dominion die größte Bedrohung des Quadrantengefüges der letzten einhundert Jahre sei. Um sich vor einer Invasion zu schützen, unternahmen romulanische Militärs den Versuch, das Bajoranische Wurmloch zu vernichten, damit der Weg in den Alpha-Quadranten für die Armeen der Gründer versperrt sein würde. Die Romulaner konnten von Commander Benjamin Sisko aufgehalten werden. Da die romulanische Regierung jede Mitwisserschaft abstritt, blieb offen, ob es sich um eine Einzeltat oder ein von oben geplantes Vorhaben handelte.
  • Obwohl 2374 bereits der Dominion-Krieg (2373-75) tobte, entführte eine Gruppe von Romulanern den Prototypen der U.S.S. Prometheus, einen neuartigen und experimentellen taktischen Kreuzer der Sternenflotte. Die Entführung sollte nicht nachweislich auf das Sternenimperium zurückfallen, doch durch die überraschende Intervention zweier Medizinisch-Holografischer Notfallprogramme flog sie letztlich auf und konnte vereitelt werden. Die ohnehin seit dem Neutralitätsabkommen zwischen Romulus und den Gründern auf einem Tiefpunkt angekommenen Beziehungen wurden zusätzlich belastet, aber ein offener Konflikt entstand nicht. Möglicherweise ist dies darauf zurückzuführen, dass es sich bei den Entführern der Prometheus um eine eigenmächtig handelnde oder sogar abtrünnige Fraktion handelte.

 

Weitere Entwicklung der Beziehungen

Erst mit dem Anschluss der Romulaner an die Anti-Dominion-Allianz der Föderation und Klingonen wandelten sich die Beziehungen zum Besseren. Ein knappes Jahrzehnt der intriganten Aggression und Provokation endete. Im Rückblick ist unklar, von welchen Kräftefeldern die feindseligen Aktionen des Imperiums gegen die Föderation ausgingen. Sicher scheint zu sein, dass der Prokonsul und spätere Prätor Neral eine Regierung (mit)lenkte, die dem interstellaren Völkerbund insgesamt in hohem Maße ablehnend und sogar antagonistisch gegenüberstand.

Um die Föderation machtpolitisch herauszufordern, suchte er sich Verbündete in Politik, Militär und Geheimdienst, die er auch rasch mit hochrangigen Personen wie Vreenak, Pardek, Mendak, Tomalak, Lovok oder Sela fand. Dass das Imperium bereit war, einen Nichtangriffspakt mit dem Dominion einzugehen, verdeutlicht die extrem negative Einstellung im Hinblick auf die Planetenallianz. Nichtsdestotrotz gab es auch entgegengesetzte Strömungen in der politmilitärischen Hierarchie des Imperiums, die den feindseligen Kurs der Föderation gegenüber beenden wollten. Beispiele hierfür sind der Vize-Prokonsul M’ret, Subcommander N’Vek oder der spätere Tal’Shiar-Vorsitzende Koval.  

Nach dem Ende des Dominion-Kriegs kam unter Prätor Hiren eine gemäßigtere Regierung an die Macht, die vorsichtig den Ausgleich mit der Föderation zu suchen begann. Durch den Putsch des Remaners Shinzon (2379-81) war ihr jedoch kein langes Leben beschieden. Allerdings bewirkte diese neue politische Krise letztlich sogar eine Stabilisierung der zaghaft hoffnungsvollen Beziehungen zwischen der Erde und Romulus, da beide Seiten zusammenarbeiteten, um Shinzon zu stoppen.

 

Referenz

TOS TNG DS9 VOY ENT ST-Romane/Comics
  1x26 3x17 4x14   Strategic Decision (STC)
  3x07 6x19      
  3x10        
  4x11        
  4x24        
  4x26        
  5x01        
  5x07        
  5x08        
  ST VII        
  ST X