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Datenbank / Historische Ereignisse / 2369: Entdeckung der Urhumanoiden

 

 

Im Jahr 2369 kam es, aufbauend auf den langjährigen Vorarbeiten der Föderationsarchäologen Richard Galen zur Entdeckung eines Volkes von Urhumanoiden. Diese waren offenbar für die Herausbildung humanoider Gesellschaften auf den verschiedensten Welten in der Galaxis verantwortlich.

 

Hintergrund

Seit die Menschheit in den Weltraum aufbrach und ihr spätestens mit Beginn der Reisen der U.S.S. Enterprise, NX-01 (2151-55), eine immer größere Zahl humanoider Zivilisationen begegnete, stellte sich die Frage, weshalb so viele der intelligenten Spezies, auf die man traf, menschenähnlich sind. In diesem Zusammenhang entwickelte der Wissenschaftler A.E. Hodgkin sein Theorem der parallelen planetaren Entwicklung – eine Annahme, derzufolge sich ähnliche biologische Organismen und später auch ganze Kulturen auf völlig unabhängigen Planeten der Klasse M herausbilden, weil deren ökologische Faktoren tendenziell humanoides Leben fördern und begünstigen. Die Theorie galt lange Zeit als offensichtlich korrekt, da sich in der Tat auf so unterschiedlichen Klasse-M-Welten wie etwa Erde, Vulkan, Andoria, Qo’noS, Romulus oder Cardassia dem Homo Sapiens ähnliche Völker als dominante Lebensform entwickelt haben. Dementsprechend erlangte Hodgkins Theorie große Popularität und wurde später gar in den Status eines „Gesetzes“ erhoben.

Es gab allerdings Xenoanthropologen und -archäologen, die Hodgkins Schlussfolgerung von vorneherein nicht teilten. Sie glaubten nicht, dass in der Klasse-M-Ökologie die Entwicklung physisch und biochemisch vergleichbarer intelligenter Spezies angelegt sei; ein solcher Schluss sei lediglich das Ergebnis einer oberflächlichen Betrachtung. Vielmehr, so besagte Szientistengruppe, könne sich die Herausbildung so vieler humanoider Lebewesen auf verschiedensten Klasse-M-Vertretern nur ereignet haben, weil ein Bewusstsein im Spiel gewesen sei. Dieser Ansatz galt lange Zeit als ‚Verschwörungstheorie der Xenoanthropologie‘, da viele Wissenschaftler daran zweifelten, wie es einer Intelligenz möglich gewesen sein sollte, auf derart vielen Planeten Entwicklungen unterschiedlicher menschenähnlicher Spezies auszulösen. Ende des Jahres 2369 erfuhren diese Positionen – weit über den Diskurs in einigen akademischen Fächern der Föderation und andere Mächte – eine Erschütterung.

 

Entdeckung der Urhumanoiden

Im Laufe der 2360er Jahren beschäftigte sich Professor Richard Galen, einer der angesehensten Archäologen der Föderation im 24. Jahrhundert, eingehend mit Fragestellungen der Mikropaläontologie und stieß dabei auf Fragmente eines vier Milliarden Jahre alten Codes in der DNS Dutzender humanoider Spezies. Im Jahr 2369 war Galen nach jahrelanger Arbeit der Entzifferung des Codes sehr nahe, wurde allerdings vor Erreichen seines Ziels von Yridianern, die im cardassianischen Auftrag handelten, in Folge erlittener Verletzungen getötet.

Captain Jean-Luc Picard, Kommandant der U.S.S. Enterprise, NCC-1701-D, und langjähriger Schüler Galens nahm sich nach dem Tod seines ehemaligen Mentors des DNS-Codes an und führte die Entschlüsselung zu Ende. Dies gelang ihm erst mit Unterstützung cardassianischer, klingonischer und romulanischer Kommandanten, die Galens Arbeit beobachtet und ihrerseits DNS-Fragments auf diversen Welten gesammelt hatten (teils in der Annahme, es handele sich um den Zugang zu einem mächtigen Waffen- oder Energieerzeugungssystem). Schließlich konnten die gesammelten Teile der DNS-‚Puzzles‘ auf dem Planeten Vilmor II zusammengesetzt werden, woraufhin das Programm einer bislang unbekannten Lebensform erschien und über die Hintergründe von Galens Entdeckung aufklärte.

Es stellte sich heraus, dass es sich beim Code um ein genetisches Computerprogramm und um das Vermächtnis einer uralten Spezies handelte, die offenbar für die Entstehung des humanoiden Lebens in vielen Teilen des Alpha- und Beta-Quadranten Verantwortung trug. Die Wesen verstreuten Teile ihrer DNS über verschiedenste Planeten, nachdem sie festgestellt hatten, dass sie die einzige intelligente Lebensform ihrer Zeit in weiten Teilen der Milchstraße waren, hoffend, aus dem Erbgut möge neues Leben hervorgehen. So wurden sie – lange nach ihrem Aussterben – die Vorfahren zahlreicher wenn nicht sogar der großen Mehrheit intelligenter bipedaler Völker in der Galaxis. Obwohl diese Urhumanoiden ausstarben und die Früchte ihrer genetischen Arbeit nicht mehr erleben konnten, hinterließen sie ihren ‚Kindern‘ eine Nachricht, sollten diese jemals hinter das Rätsel der DNS-Codes kommen:

„Ihr werdet Euch fragen, wer wir sind, warum wir dies getan haben, wie es geschehen ist, dass ich nun hier vor Euch stehe - das Bild eines Wesens aus grauer Vorzeit. Auf meinem Planeten hat sich das Leben viel früher entwickelt als in anderen Teilen der Galaxis. Wir verließen unsere Welt, erforschten die Sterne und fanden nichts, das so war wie wir. Unsere Zivilisation gedieh über viele Jahre - aber was ist das Leben einer Rasse im Vergleich mit der ungeheuren Dimension kosmischer Zeit!

Wir wussten, dass es uns eines Tages nicht mehr geben würde, dass nichts von uns überleben würde, deshalb hinterließen wir euch. Unsere Wissenschaftler setzten Samen in den Urozeanen vieler Welten aus, wo das Leben noch im Anfangsstadium war. Die Keimcodes lenkten Eure Evolution auf eine Körperform hin, die unserer ähnlich war. Der Körper, den Ihr hier vor euch seht, ist natürlich so geformt wie Eurer geformt ist, denn Ihr seid das Endergebnis! Die Keimcodes enthielten auch diese Botschaft, die wir in Fragmenten auf vielen verschiedenen Welten verteilt haben.

Wir hatten die Hoffnung, dass Ihr in Freundschaft und Kameradschaft herkommen würdet um diese Botschaft zu hören. Und wenn Ihr mich jetzt seht und mich hört, ist unsere Hoffnung erfüllt worden.

Ihr seid ein Monument - nicht für unsere Einmaligkeit, sondern für unsere Existenz! Das war unser Wunsch: Dass auch Ihr das Leben erfahren würdet und uns für immer im Andenken behaltet.

In jedem von Euch steckt auch etwas von uns und somit in jedem von Euch auch ein Teil des anderen. Behaltet uns in Erinnerung!“

 

Folgen der Entdeckung

Bislang hatte die Entdeckung der Urhumanoiden keine größeren politischen Folgen. Vor allem die Klingonen und die Cardassianer zeigten sich befremdet von der Vorstellung, sie könnten gemeinsame Vorfahren mit Menschen und anderen Völkern haben. Zudem gab es viele Regierungen, die die Existenz einer Ur-Rasse für schwer glaubwürdig und die Möglichkeit einer Fälschung für zumindest denkbar hielten. Immer lässt die schiere Möglichkeit, zahlreiche Völker der Galaxis könnten nicht nur genetisch ‚konzipiert‘ worden sein, sondern im Grunde auch von ein und demselben Genpool abstammen, eine völlig neue Perspektive auf das Leben im Weltraum zu, die das Einende und Ähnlichkeiten in den Mittelpunkt der Betrachtung rückt. Obwohl auch die Föderation davon ausgeht, dass noch weitere Beweise für die Existenz der Urhumanoiden erforderlich sein werden, sieht sie die Chance, dass der Nachweis einer Rasse von Gesamtvorfahren längerfristig die Versöhnung einander feindlich gesonnener humanoider Kulturen wird beschleunigen können.

 

Referenz

TOS TNG DS9 VOY ENT ST-Romane/Comics
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