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Martok, Kanzler des klingonischen Hohen Rats ab 2375. Die Erste Stadt auf der klingonischen Heimatwelt, Qo'noS, beherbergt unter anderem die Große Halle des Hohen Rats.

 

Allgemeines

Das Klingonische Reich ist eine hierarchische Räterepublik mit stark autoritären Zügen. Es wurde vor rund eintausend Jahren von Kahless, dem Unvergesslichen, auf dem Planeten Qo’noS gegründet. Im 9. Jahrhundert war eine von Kahless ins Feld geführte Rebellion dafür verantwortlich, dass die Herrschaft des tyrannischen und verhassten Molor zu einem Ende kam. Kahless besiegte Molor im heroischen Einzelkampf. Das neue Reich, das Kahless an diesem Tag ausrief, würde das gesamte klingonische Volk vereinen und sich über Tausende von Lichtjahren ausbreiten. Die Gesellschaft war ursprünglich in Kasten organisiert, doch diese soziale Gruppenordnung verlor im Laufe der Jahrhunderte mehr und mehr an Bedeutung.

Getrieben vom Wunsch nach ständigem Kampf und Eroberung, stieg die von Natur aus wilde und aggressive klingonische Gesellschaft zu einer der dominierenden Großmächte im Quadrantengefüge auf und herrscht nun kraft ihrer gewaltigen militärischen Stärke über zahllose annektierte Sternensysteme. Die Verteidigungsstreitmacht ist der militärische Arm des Staatswesens, welcher im Reich seit jeher extrem ausgeprägt ist. Gleichsam war sie bislang der Garant für die sukzessive Ausdehnung des klingonischen Territoriums und damit die Macht- und Erfolgsbasis für die klingonische Politik. Nur wenige Mächte können so viel Respekt von ihren Verbündeten und Schrecken ihrer Feinde auf sich vereinen wie das Klingonische Reich.

Obwohl sich das politische System dieses Kriegerimperiums im Laufe seiner wechselvollen Geschichte seit Kahless‘ Revolution mehrmals fundamental geändert hat, setzte sich schließlich ein autokratisch-oligarchisches Herrschaftssystem durch. Der Imperator, der einst wie Kahless selbst als absoluter monarchischer Herrscher über das Reich regierte, erhielt nur mehr eine repräsentative und zeremonielle Rolle. Demgegenüber erlebte der Hohe Rat unter Führung eines von seinen Mitgliedern mehrheitlich gewählten Kanzlers seinen Aufstieg. Der Hohe Rat ist nicht als Parlament misszuverstehen, sondern versammelt die Oberhäupter der – je nach geschichtlicher Situation – zwanzig bis dreißig größten Häuser des Reichs, von denen ein jedes beträchtliche Ressourcen, Schiffe und Armeen hinter sich vereinigt und in das Gesamtreich einbringt. Gesetzesvorlagen werden im Rat erarbeitet, ebenso wegweisende gesellschaftliche Kontroversen geführt; die politische Führung obliegt jedoch dem Kanzler und seiner Regierung. Der Kanzler hat die Herausforderung zu meistern, die eigene Politik und den eigenen Herrschaftsanspruch unmissverständlich durchzusetzen, zugleich aber ständig einen Ausgleich zwischen den Häusern herbeizuführen, um so die Unterstützung der Mehrheit des Rats nicht zu verlieren. Angesichts des klingonischen Verständnisses von Ehre und Unnachgiebigkeit bedeutet dies einen enormen Balanceakt.

 

Wertesystem

Der Gründungsimpetus des Klingonischen Reichs entspringt einem von Kahless etablierten Ehrenkodex. Obwohl das klingonische Verständnis bzw. die Auslegung von Ehre im Laufe der Zeit immer wieder großen Wandlungen unterworfen war (es handelt sich um ein komplexes, teils widersprüchliches Konglomerat aus Glaubens- und Traditionsgrundsätzen), ist sie bis zum heutigen Tag eines  der definierenden Elemente klingonischer Identität.

Der Kodex bezieht sich sowohl auf die persönliche als auch familiäre Ehre und zeichnet sich im Kern durch ein besonderes Verständnis sowie eine Ritualisierung von asketischem Kampfeswillen, Mut, Gerechtigkeit, Sieg, Pflicht und Tradition, aber auch Selbstdisziplin und Mäßigung aus. Der Tod wird auf Grundlage dieses Ehrenkodex begrüßt und überhöht, wenn er im ehrenhaften Kampf zustande kommt. Kahless' Doktrin zufolge muss ein Klingone - auch dann, wenn seine Siegeschancen schlecht stehen - jederzeit bereit sein, zu sterben. Doch die Frage, wie er dem Tod ins Auge sieht und ob er sich für eine glorreiche Sache hingegeben hat (hiermit ist zum Beispiel gemeint, dass ein echter Krieger niemals Ehre im Kampf gegen einen unterlegenen Gegner findet), entscheidet über seine gesellschaftliche Anerkennung und damit auch über den Ruhm, der seinem Haus zufällt. Insofern erklärt sich das geläufige klingonische Sprichwort "Tod ist besser als Schande".

Der Ehrenkodex bildet zugleich das spirituelle Gerüst der Klingonen, glauben sie doch im Gefolge eines glorreichen Ablebens an ein Jenseits der Erfüllung für ehrenvolle Krieger (Sto'Vo'Kor) ebenso wie an die ewige Verdammnis für die Ehrlosen und Schändlichen (Gre'thor). Die klingonischen Götter wurden dem Glauben nach in der Frühphase des Reichs von klingonischen Kriegern getötet, weil sie schwach, überheblich und überflüssig geworden waren. Einige glauben, darin spiegelt sich die Tendenz der Klingonen wider, andere Autoritäten nicht anzuerkennen. An die Stelle eines mono- oder polytheistischen Gottesglaubens, wie er in vielen anderen Kulturen die Regel ist, ist eine Verklärung und Überhöhung von Kahless‘ Leben und Wirken getreten, das unter anderem in Form von Geschichten, Ritualen und Liedern von Generation zu Generation weitergegeben wird. Außer dem legendären Herrscher Kahless und seiner Geliebten Lukara, die dem Mythos nach das Klingonische Reich ins Leben riefen, gibt es noch einige weitere klingonische Heilsgestalten.

Trotz der starken Ausrichtung der klingonischen Kultur an spirituell aufgeladenen Ritualen, Legenden und Mythen hat die moderne klingonische Zivilisation nicht mehr in vielen Punkten große Gemeinsamkeiten mit dem Imperium, wie Kahless es dereinst auf Qo'noS gründete. Die klingonische Aggressivität und fortwährende Expansion hat die Herausbildung eines Kriegerethos sowie teilweise einer Kriegsverherrlichung befördert, wodurch andere, vornehmlich zivile Aspekte der klingonischen Gesellschaft ins Hintertreffen gerieten. So hat die Kriegerkaste im Laufe der Jahrhunderte eine solche Dominanz im Reich gewonnen, dass andere Kasten in der Öffentlichkeit nicht mehr die Achtung erhalten, die sie verdienen (z.B. Justiz, Wissenschaft, Medizin). Auch im Hohen Rat stammt das Gros der mächtigsten Häuser aus der Kriegerkaste. In Anbetracht dieses Aufstiegs der soldatischen und militärischen Elemente im Reich tendieren andere Völker seit langem dazu, die Klingonen als Kriegerrasse zu betrachten, obwohl dies eine Verkürzung dieser komplexen, differenzierten Kultur darstellt. 

Mit dem endgültigen Aufstieg der Kriegerkaste im Laufe der ersten Hälfte des 22. Jahrhunderts tritt eine Verrohung der Sitten in der Gesellschaft ein, die von älteren Klingonen insbesondere aus nicht-militärischen Bereichen bedauert wird. Ehre wird von jüngeren Kriegern nur noch mit Sieg, möglichst großem Blutvergießen und Unnachgiebigkeit assoziiert, nicht mit couragierten, rechtschaffenen Taten. Damit einher geht ein deutlich verschlechterter Umgang mit Völkern und Planeten in klingonischen Protektoraten, die oft schlicht und ergreifend geplündert werden. Zwar wird es hier gewisse Reformen geben, aber es wird bis ins 24. Jahrhundert dauern, dass sich die klingonische Besatzungs- und Innenpolitik gegenüber eroberten Welten bessert.

Obwohl die Klingonen nach außen sehr mächtig und geschlossen auftreten und durch Kahless' Kodex ein starkes, verbindendes Element besitzen, sind Rivalitäten zwischen den großen Häusern verbreitet und gefährden nicht selten die politische Stabilität im Reich. Einige Häuser haben in der Vergangenheit durch äußerst niederträchtige Vorgehensweisen versucht, mehr Macht an sich zu reißen. In diesem Zusammenhang sticht eine Reihe von Bürgerkriegen (z.B. 2367/68) ins Auge, die im Laufe der Jahrhunderte auf Qo'noS gewütet und Bevölkerung, Politik und Militär in feindliche Lager gespalten haben. Diese internen Konflikte werfen ein Schlaglicht darauf, dass der Ehrenkodex, gerade in der politischen Klasse, immer öfter zur Fassade wurde und hinter den Kulissen nur noch Kategorien wie Macht(erhalt) und Reichtum zählen. Weitere Beispiele für rein machtpolitisch motivierte politische Ereignisse sind die Intrige rund um das Khitomer-Massaker, in die maßgeblich auch klingonische Führungseliten involviert waren, sowie der feige Giftmordanschlag an Kanzler K'mpec im Jahr 2367. Auch hier wurde die klingonische Ehre instrumentalisiert, um politische Entscheidungen in einem anderen Licht erscheinen zu lassen und Korruption und blanke Machtgier zu verdecken.

Was für die Innenpolitik gilt, lässt sich auch für die Außenpolitik des Reichs aufzeigen: Die besonders im 23. Jahrhundert zunehmend brutale und rücksichtslose Expansionswelle hatte häufig nur noch wenig mit einem Kampf nach Kahless' Ehrgeboten zu tun. Erschreckend unverhohlen wurde hier die Wildheit der klingonischen Eroberungsnatur entfesselt und führte zu zahllosen Toten und unterdrückten Welten und beinahe zu einem ausufernden Krieg mit der Vereinigten Föderation der Planeten. Auswärtige Beobachter bescheinigen dem Reich daher seit geraumer Zeit, es stecke in großer Selbstverleugnung, habe es doch die Ideale seines Gründers in der politischen und militärischen Realität längst aufgegeben.

 

Außenpolitik

Ihre aggressive und gewaltsame Natur hat die Klingonen zu einer gewaltigen interstellaren Großmacht aufsteigen lassen. Überaus prägend für die Herausbildung des Selbstverständnisses als imperiale Macht war für die Klingonen die Invasion ihrer Heimatwelt durch die Hur’q im 14. Jahrhundert. Die Hur’q, ein Volk von Scavangern aus dem Gamma-Quadranten, plünderten verschiedene kulturelle Schätze des Planeten, unter anderem das legendäre Schwert das Kahless, und verschwanden. Dieses traumatische Ereignis hatte gewiss großen Einfluss auf die Klingonen, förderte ihr Misstrauen und ihre latente Xenophobie gegenüber anderen Spezies und verstärkte den Wunsch nach Eroberung und Macht, sodass Klingonen nie wieder Opfer einer Invasion werden konnten.

Der extrem schnelle und ungebremste Aufstieg zur imperialen Großmacht war über eine lange Phase mit einer vergleichsweise geringen Zentralmacht des Kanzlers und des Hohen Rats verbunden. Noch im 22. Jahrhundert agierten klingonische Häuser und einflussreiche Flottenkommandanten vielfach auf eigene Faust und machten damit mindestens eine Art von Nebenaußenpolitik, zu der sich die politische Spitze auf Qo'noS verhalten musste. Erst in den zurückliegenden Jahrhunderten bildete sich ein entsprechend leistungs- und durchsetzungsfähiger Zentralstaat heraus, der in der Lage war, politisch zu führen und entsprechend abweichendes Verhalten der Häuser zu sanktionieren.

Im 22. Jahrhundert war das Reich noch relativ ungeordnet und innerlich instabil. Während Kanzler M’rek und der Hohe Rat auf Qo’noS wesentlich vorsichtiger agierten, gab es politische Fraktionen, die in offene Konflikte mit regionalen Mächten wie den Vulkaniern, Menschen und Andorianern steuerten. Diesem machtpolitischen Außenholen von Militärkommandanten und bestimmten Häusern (wie z.B. dem Haus des Duras) folgten Gefechte mit Mitgliedern der zu diesem Zeitpunkt im Entstehen begriffenen Koalition der Planeten (2151-2155). Sie führte sogar zu geheimen Militärexperimenten mit menschlicher Augment-DNA, die jedoch fehlschlugen und zur Entstehung einer klingonischen Unterspezies führte (QuchHa’; mehr zu den Hintergründen in meinem Roman Interlude), was interne gesellschaftliche Umwälzungen im Reich zur Folge hatte, bis die genetische Anomalie im Laufe des 23. Jahrhunderts wieder beseitigt werden konnte.

Spätestens ab 2218 konzentrierte sich das (inzwischen deutlich gefestigtere und stärker mit einer Stimme sprechende) Reich auf den Gegensatz mit der Föderation. Provoziert durch die Aufnahme diverser neuer Mitgliedswelten und damit einer sukzessiven Ausweitung des Föderationsgebiets, fühlten sich die Klingonen durch den interstellaren Völkerbund herausgefordert. Territorien begannen an verschiedenen Stellen aneinanderzustoßen. Es kam zu immer mehr zu bewaffneten Auseinandersetzungen wie der Schlacht von Donatu V. Auch gab es einen zusehends erbitterten Streit um den Sherman-Planeten oder den Archanis-Sektor. Schließlich eskalierten die regionalen und lokalen Kampfhandlungen 2267 zu einem offenen Krieg, weil die Klingonen diplomatische Lösungen unmöglich gemacht hatten. Nur durch das Eingreifen der omnipotenten Organier konnte der Krieg nach nur vier Tagen abrupt beendet werden. Die Organier machten es den beiden Parteien unmöglich, ihre Differenzen auf kriegerischem Weg weiter auszutragen. Der Vertrag von Organia sah unter anderem die Einrichtung einer Neutralen Zone vor. Trotz des erzwungenen Friedensschlusses entwickelte sich nun ein kalter Krieg, der Jahrzehnte andauerte.

Bezeichnend für die Außenpolitik des Klingonischen Reichs ist, dass über Jahrhunderte hinweg kaum Bündnisse mit anderen Mächten zustande kamen. Ein Beispiel ist die kurzfristige Technologieallianz mit dem Romulanischen Sternenimperium (2268). Sie hielt jedoch nicht lange, weil die Klingonen die Romulaner schon damals als ehrlos betrachteten und wenig später als Todfeinde des Reichs, mit denen man sich fortan erbitterte Kämpfe lieferte (2271 bzw. 2346). Aus der Not der Explosion des klingonischen Energiemondes Praxis geboren, entstand zum Ende des 23. Jahrhunderts ein Friedensabkommen mit der Föderation (2293), das sich auf ganz ungewöhnliche Weise, im Zuge einiger Vor- und Rückschritte (2372), zu einem Kooperationsbündnis (2344) ausweitete, insbesondere nach dem gemeinsamen Krieg gegen das Dominion (2373-75).

Schwere Rivalitäten gab es hingegen nicht nur mit den Romulanern, sondern auch mit der Cardassianischen Union (2328-46). Obgleich sich die Klingonen im 24. Jahrhundert mehr in die Mächtebalance der interstellaren Beziehungen einzufügen versuchen, hat sich ihr grundlegendes Expansionsbedürfnis kaum gewandelt. Allerdings versucht man diese Bestrebungen jetzt verstärkt in Sektoren im Beta-Quadranten abzuleiten, die keine außenpolitischen Zankäpfel werden könnten. Zudem ist das Reich nach dem Ende des Dominion-Kriegs aufgrund starker militärischer Verluste angeschlagen und damit zur Konsolidierung gezwungen. Dies wird in den kommenden Dekaden noch so bleiben und eröffnet insbesondere der Föderation und den Romulanern die Möglichkeit, als prägende Kräfte im Quadrantengefüge tätig zu werden.

 

Stellarkartografie

Tempest-Miniserie, sieben Romane (2003-2005)

Das Klingonische Reich erstreckt sich von der oberen in die untere Hälfte des 'westlichen' Beta-Quadranten. Im späten 24. Jahrhundert hat es eine enorme Ausdehnung erreicht und kann von seiner Größe her (rund 7.000 Lichtjahre) als einzige Macht im Alpha- und Beta-Quadranten mit der Föderation konkurrieren. Die Klingonen haben mit drei wichtigen Mächten gemeinsame Grenzen: Legt man eine zweidimensionale Darstellung der galaktischen Hauptebene zugrunde, wird ihr Territorium vom 'Südwesten' bis 'Nordwesten' und dann weiter im 'Nordosten' von der Föderation begrenzt. Im 'Norden' stößt das Reich zudem an den Unterleib des Romulanischen Sternenimperiums, während im 'Süden' die Gorn-Hegemonie liegt. Das Klingonische Reich verfügt zudem über ein paar kleinere, nicht mit dem Mutterterritorium verbundene Enklaven im Alpha-Quadranten, unter anderem unweit des bajoranischen Sektors und in der Nähe des Raums der Tholianischen Versammlung (Taurus-Region).

Anders als die Romulaner oder Cardassianer, die bei der Ausdehnung und Arrondierung ihres Stellarraums stets gezielt vorgegangen sind und den konkreten wirtschaftlichen und politischen Nutzen großschrieben, hat für die Klingonen auch die Inbesitznahme strategisch weniger bedeutsamer Gebiete eine Rolle gespielt, weil dies für sie eine Prestige- und Machtdemonstration war. So sind weite Teile des in den östlichen Beta-Quadranten ausflaggenden Raums solche Trophäen. Das politische und ökonomische Zentrum des Reichs, in dem auch die entscheidenden Kolonien, Ressourcen und Handelsrouten lokalisiert sind, liegt hingegen im nordwestlichen Drittel seines Raums, in relativer Nähe zur Föderations- und romulanischen Grenze.

 

Übersicht der Schiffsklassen: Klingonische Verteidigungsstreitmacht (~2375)

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B'rel-Klasse Vor'Cha-Klasse K't'inga-Klasse Negh'Var-Klasse K'Vort-Klasse