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Datenbank / Politische Machtblöcke / Klingonisches Reich

Allgemeines

Das klingonische Reich ist eine hierarchische Räterepublik mit stark autoritären Zügen. Es wurde vor mehr als eintausendfünfhundert Jahren von Kahless, dem Unvergesslichen, auf dem Planeten Qo'noS gegründet. Binnen dieser Zeit stieg die klingonische Gesellschaft zu einer der dominierenden Großmächte im Quadrantengefüge auf und herrscht nun über zahllose annektierte Sternensysteme.

Obwohl sich das politische System dieses Imperiums im Laufe seiner Geschichte mehrmals geändert hat, setzte sich eine Machtachse zwischen Reichskanzler und dem Hohen Rat durch. Hierbei ist der Rat kein genuines Parlament, sondern versammelt die einflussreichsten und höchstdekorierten Kasten beziehungsweise deren Oberhäuter. Gesetzesvorlagen werden hier erarbeitet, ebenso Kontroversen geführt; die politische Führung obliegt jedoch dem Kanzler. Die Verteidigungsstreitmacht ist der militärische Arm des Staatswesens, welcher im Reich extrem ausgeprägt ist. Gleichsam war sie bislang der Garant für die sukzessive Ausdehnung des klingonischen Territoriums.

Wertesystem

Der Gründungsimpetus des klingonischen Reichs entspringt einem von Kahless etablierten Ehrkodex. Er zeichnet sich durch ein Verhältnis zu geradewegs asketischem Kampfesmut und –willen, Sieg und Tradition aus. Jener Ehrkodex bildet auch das spirituelle Gerüst der Klingonen, glauben sie doch im Gefolge eines glorreichen Ablebens an ein Jenseits für ehrenvolle Krieger (Sto'Vo'Kor) ebenso wie an die ewige Verdammnis für die Ehrlosen (Gre'thor).

Außer dem legendären Herrscher Kahless und seiner Geliebten Lukara gibt es noch weitere klingonische Götter. Sie nehmen jedoch keinen Platz mehr in der Religion des Volkes ein, weil sie den Legenden nach vor gut tausend Jahren von klingonischen Kriegern getötet wurden. Es lässt sich mit Fug und Recht behaupten, das Leben eines gesellschaftlich anerkannten Klingonen drehe sich um dieses fest definierte Selbstverständnis, an dessen Ende ein Tod im ehrenvollen Kampf nicht abgelehnt, sondern sogar begrüßt wird.

Auch sticht in den auf Qo'noS nicht ungewöhnlichen Bürgerkriegen (2367/68) der Ehrprimat hervor. Mit der Ausdifferenzierung der klingonischen Gesellschaft nach vielen Jahrhunderten wird der Ehrkodex oft allerdings, zumal im 24. Jahrhundert, instrumentalisiert, um politische Entscheidungen zu beschönigen und Korruption zu tarnen.

Außenpolitik

Ihre gewaltsame, aggressive und ehrgetriebene Natur hat die Klingonen zu einer beträchtlichen interstellaren Großmacht aufsteigen lassen, die sie auch noch im 24. Jahrhundert bleiben. Doch gab es seit der Reichsgründung verschiedene innenpolitische Verfasstheiten, die den Rahmen für äußere Territorialarrondierung bildeten. Bis zur Herausbildung eines leistungs- und interventionsfähigen Zentralstaates im 23. Jahrhundert, agierten die dominanten Clans deutlich unabhängiger und betrieben einen doppelten, recht zügellosen Kampf: um die Vorherrschaft im Reich und um die Gestaltungsinitiative bei weiterer Expansion. Hoher Rat und Kanzler hatten demgegenüber keine zureichenden Kontroll- und Sanktionsinstanzen, um die eigene Politik durchzusetzen und einen Ausgleich zwischen den Häusern herbeizuführen.

Dies änderte sich erst nachhaltig durch die Konfrontation mit der Vereinigten Föderation der Planeten ab der ersten Hälfte des 23. Jahrhunderts. Bezeichnend für die Außenpolitik des klingonischen Reichs ist des Weiteren, dass über Jahrhunderte hinweg kaum Bündnisse mit anderen Mächten zustande kamen. Einzig eine kurzfristige Technologieallianz mit dem romulanischen Sternenimperium (2268) lässt sich benennen. Sie hielt jedoch nicht lange, weil die Klingonen die Romulaner schon damals als ehrlos betrachteten und wenig später als Todfeinde des Reichs, mit denen man sich erbitterte Kämpfe lieferte (2346). Später, aus der Not geboren, entstand ein Friedensabkommen mit der Föderation (2267 bzw. 2293), das sich auf ganz ungewöhnliche Weise, im Zuge einiger Vor- und Rückschritte (2372), zu einem Kooperationsbündnis (2344) ausweitete, insbesondere nach dem gemeinsamen Krieg gegen das Dominion (2373-75).

Schwere Rivalitäten gab es hingegen nicht nur mit den Romulanern, sondern auch mit der cardassianischen Union (2328-46). Obgleich sich die Klingonen im 24. Jahrhundert mehr in die Mächtebalance der interstellaren Beziehungen einzufügen versuchen, hat sich ihr grundlegendes Expansionsbedürfnis nicht gewandelt. Bloß versucht man diese Bestrebungen jetzt in Sektoren abzuleiten, die keine außenpolitischen Zankäpfel werden könnten.