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Datenbank / Politische Machtblöcke / Cardassianische UnionAllgemeinesDie cardassianische Union ist ein mächtiges Weltenbündnis im Alpha-Quadranten und hat bis ins späte 24. Jahrhundert den Status einer Militärdiktatur inne, mit dem Planeten Cardassia Prime als Zentrum. Vor Jahrhunderten waren die Cardassianer ein spirituelles, künstlerisches Volk, das Frieden und Harmonie suchte. Doch nachdem die Ressourcen ihres Heimatplaneten erschöpft waren, übernahm das Militär die Herrschaft und führte die Union in ein lang anhaltendes, dunkles Zeitalter: Die Cardassianer begannen, fremde Welten zu plündern und zu annektieren und dehnten ihr Territorium immer weiter aus. Zu diesem Zweck wurde auch ein Elitegeheimdienst gegründet, der Obsidianische Orden, der nach innen herrschaftsstabilisierend wirkte und nach außen mit den perfidesten Methoden ständig neue Erschließungswege für die Union suchte. Die militärische Regierung war das Zentralkommando, das die Union lange regierte. Nachdem die Cardassianer die Besatzung des Planeten Bajor aufgegeben hatten, wurde das Zentralkommando im Erdenjahr 2371 gestürzt und eine zivile Regierung, gestellt durch den Detapa-Rat, eingesetzt. Sie währte gerade einmal ein Jahr, ehe sich Cardassia unter Verhandlung von Gul Dukat dem Dominion anschloss und die Militärdiktatur reetablierte. Das Ende dieses verheerenden Kriegs versetzte dem traditionellen politgesellschaftlichen System der Union den Todesstoß. Besetzt von den Mächten der Anti-Dominion-Allianz, wurden Cardassia strenge Auflagen gemacht, zu denen der Aufbau einer zivilen Demokratie gehörte sowie eine vollständige Entmilitarisierung. WertesystemVon Außenstehenden wird den Cardassianern rasch eine faschistoide Ader angedichtet, was mit militärischer Unterdrückung und dem Nichtvorhandensein eines wie auch immer gearteten Ehrenkodex, wie im Falle der Klingonen oder Romulaner, begründet wird. Keine zivilisatorische Leitidee, das bedeute zwangsläufig ein barbarisiertes Wertesystem, maßgeblich katalysiert durch die militärische Macht, über welche die Union bis zum Ende des Dominion-Kriegs verfügte. Tatsächlich ist die Gemengelage bei den Cardassianern deutlich komplizierter. Die Eigendynamik, welche der Expansionsdrang ab einem gewissen Punkt freisetzte, hatte seinen Ursprung nicht in einer bestimmten Ideologie, sondern einer Ressourcenknappheit, Überbevölkerung und zerstörten Umwelt sondergleichen. Von dieser Angst um die eigene Verwundbarkeit erholte sich das Volk nie wieder, und das Militär lieferte ihr die entsprechenden Argumente, dem zuvorzukommen. Aus dieser grundlegenden Mentalität entwickelte sich die eigenartige politische Symbiose, welche über so viele Jahrhunderte hinweg stabil war. Überbordender Nationalismus und ein rassisches Überlegenheitsgefühl waren die Folge. Im privaten Bereich haben sich die Cardassianer wichtige Tugenden ihrer hebitanischen Vorgängerkultur bewahrt: ein ausgeprägter Familiensinn sowie das genussorientierte Freizeitverhalten gehören dazu, ebenso wie detailverliebte Architektur, Kunst oder die Liebe zur Literatur. Es herrscht also ein eklatanter Unterschied vor zwischen rücksichtslosem Eroberungsstreben in der gesellschaftlichen Öffentlichkeit und Kultiviertheit im Privatraum. AußenpolitikAls revisionistische, sprungartig aufgestiegene Macht eckte die cardassianische Union seit Beginn des 24. Jahrhunderts bei allen anderen Großmächten im Quadrantengefüge an. Mit den Klingonen gab es schon recht früh den Betraka-Nebel-Zwischenfall (2328-46). Versuchte man zunächst diplomatische Gipfeltreffen im eigenen Sinne zu sabotieren, indem man Informanten einschleuste und bestimmte Ergebnisse kanalysierte, um vor allem der Föderation eine Ausbreitung zu erschweren, suchte man ab den 2340er Jahren zusehends die offene Konfrontation. Auf dem intergalaktischen Parkett isolierten sich die Cardassianer vor allen Dingen durch sich verbreitende Informationen und Gerüchte über die brutale Unterdrückung und Ausbeutung kleinerer Völker wie den Bajoranern (2328-69). Es gab niemals einen offiziell erklärten Krieg zwischen Föderation und Union, doch aller Anfang war der Umstand, dass die Ausbreitung beider Mächte zwangsläufig Konfliktstoff hervorbringen würde. Sehr früh verwies die Planetenallianz auf bestimmte Hoheitsgebiete, die ihr für ihre Randkolonien zustanden, doch die Cardassianer missachteten diese und überfielen immer wieder bestimmte abgelegene Zonen, teilweise aus Paranoia vor einem bevorstehenden Angriff, aber auch um sich an dortigen Rohstoffquellen zu bereichern. Erst in den 2360er Jahren konnte ein Friedensvertrag ausgehandelt werden (2366), und das nur unter zunehmendem innenpolitischen Druck (Dekolonialisierungsprozesse und ökonomische Abschwächung) und der Tatsache, dass die Union die selbst verschuldete Isolierung als Problem erkannt hatte. Doch kurz darauf gab es neue Schwierigkeiten: Die Gründung einer Entmilitarisierten Zone (EMZ) bewirkte eine partielle Neuordnung des Grenzverlaufs, womit einige Föderationswelten in cardassianisches Gebiet fielen und umgekehrt. Mehrere Zehntausend Föderationskolonisten wollten ihre Heimat nicht aufgeben. Deswegen formte sich der Maquis, eine Bewegung gegen die Cardassianer, deren Ziel es war, ihre Heimatkolonien zurückzuerobern. Dieser Brandherd quer durch die EMZ stand immer zwischen Föderation und Union, doch letztere nahm es mangels außenpolitischer Alternativen notgedrungen hin. Wenige Jahre später agierte der Obsidianische Orden zusammen mit Vertretern des Tal'Shiar, dem romulanischen Geheimdienst, und führten eine geheime Flotte in den Gamma-Quadranten (2371). Ziel war es, die Heimatwelt der Gründer, den Herrschern des Dominion, zu lokalisieren und in einem Präventivschlag zu vernichten. Nicht ein einziges dieser Schiffe kehrte jemals wieder zurück, womit nicht nur die Kooperation mit Romulus ein Ende fand, sondern auch der Obsidianische Orden in sich zusammenbrach. Anfang 2372 wurde die cardassianische Regierung durch eine Invasion der Klingonen, die den Verdacht hegten, der zivile Detapa-Rat sei von den Agenten des Dominion kompromittiert worden, zutiefst gedemütigt und erzürnt, was einen fast zweijährigen Krieg zwischen beiden Mächten verursachte, der auch die Föderation gegen die Klingonen trieb (2372). Als sich die Cardassianer 2373 dem Dominion als Allierte anschlossen, verwickelten sie zusammen mit ihren neu gewonnen Partnern den Alpha-Quadranten in den größten Vernichtungskrieg aller Zeiten (2373-75). Zusammen mit ihren Verbündeten zerschlugen sie in den kommenden Jahren endgültig die Maquis-Rebellion. 2375 gelang es der Föderation, verbündet mit Klingonen und Romulanern, das Dominion endgültig in den Gamma-Quadranten zurückzutreiben und die cardassianische Militärmaschinerie zu zerstören. Seitdem gelten viele ihrer ehemaligen Territorien heute als klingonische und föderierte Besatzungszonen, und ihre Wirtschaft ist größtenteils lahmgelegt. Außen- wie innenpolitisch bedeutet das Ende des Jahres 2375 einen kompletten Neuanfang für die Cardassianer. |
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2010 Star Trek Companion Fan-Fiction 2004-2012 v.5.0 by Julian Wangler. |