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Datenbank / Historische Ereignisse / 2063: Erster Kontakt

 

 

Der Erste Kontakt spielt sich am 5. April 2063 in Bozeman, Montana, auf der Erde ab, rund zehn Jahre nach Ende des Dritten Weltkriegs. Infolge von Zefram Cochranes historischem Warpflug entscheidet sich ein vulkanisches Beobachterschiff, auf der Erde zu landen. Es ist der erste Kontakt der Menschheit mit einer außerirdischen Spezies und ein zentraler Wendepunkt der irdischen Geschichte.

 

Vorgeschichte

Schon seit Mitte des 20. Jahrhunderts hatten die Vulkanier die Erde aus dem All beobachtet, allerdings aufgrund ihres Nichteinmischungsgrundsatzes gegenüber Prä-Warp-Kulturen eine direkte Kontaktaufnahme gemieden. Sie waren zwar an der Menschheit aufgrund deren – verglichen mit den meisten anderen Kulturen – extrem schneller und dynamischer Entwicklung hoch interessiert, allerdings besorgte sie auch der Umstand, dass das soziologische und politische Wissen der Menschheit nicht mit dem technologischen Fortschritt hatte mithalten können.

So sahen die vulkanischen Beobachter eine gefährliche Instabilität der menschlichen Zivilisation, die tatsächlich Ende des 20. Jahrhunderts in die Eugenischen Kriege (1993-96) und im Laufe des 21. Jahrhunderts in den ungleich schrecklicheren Dritten Weltkrieg (2026-53) mündete, welcher die Erde verwüstete. Die Zerstörungen und Verstrahlungen auf dem Globus waren derart enorm, dass man Zweifel haben musste, ob es der Menschheit aus eigener Kraft gelingen würde, sich dauerhaft zu erholen. Hinzu kam eine weitgehende Erosion politischer Strukturen und Staatlichkeit. Dennoch unterließen die Vulkanier es auch weiterhin, einen Kontakt zu den Menschen herzustellen, da diese nach wie vor nicht die Voraussetzungen einer zur Reise mit Lichtgeschwindigkeit fähigen Kultur erfüllten.

 

Zefram Cochranes Warpflug

Diese Bedingungen veränderten sich durch den von Zefram Cochrane am 5. April 2063 um 11 Uhr erfolgreich durchgeführten ersten Warpflug der irdischen Geschichte. Cochrane, ein desillusionierter, aber genialer Wissenschaftler, hatte vor Ausbruch des Dritten Weltkriegs in einer Denkfabrik zusammen mit Persönlichkeiten wie Jackson Roykirk, Shannon Janeway, Rain Robinson und Shaun Christopher gearbeitet. Angesichts des besorgniserregenden ökologischen und politischen Zustands der Erde war nach einer Möglichkeit gesucht worden, in möglichst absehbarer Zeit neue bewohnbare Planeten erreichen zu können. Dabei war nicht nur der Bau einer interstellaren Arche in der geheimen Denkfabrik vorangetrieben, sondern auch an einem neuen Antriebssystem geforscht worden. Nach einer Katastrophe im Forschungskomplex war Cochrane einer der wenigen Überlebenden gewesen (siehe meine Romanreihe Abyss).

Erst nach Ende des Dritten Weltkriegs, den er mit Glück überlebte, war es ihm möglich, die begonnene Arbeit am Antriebssystem zu vollenden. Cochrane nutzte eine aus dem Dritten Weltkrieg übrig gebliebene Titan V-Interkontinentalrakete, aus der er sein Warpschiff, die Phoenix, zwischen 2056 und 2063 konstruierte. An seiner Seite war die Pilotin Lily Sloane, die ihm entscheidend half, die nötigen Finanzmittel für sein Projekt zu organisieren, an das zum damaligen Zeitpunkt nicht allzu viele Personen glauben wollten. Zudem gab es auf der Erde nach dem Dritten Weltkrieg unmittelbarere Probleme als fremde Sonnensysteme zu erreichen. 

 

Landung in Montana

Cochranes Flug war nur kurz. Nach erfolgreicher und stabiler Reise mit Warp eins kehrte er zum Startkomplex in Nordamerika zurück. Die Warpsignatur, die die Phoenix im Zuge ihres Flugs hinterlassen hatte, wurde kurz darauf vom vulkanischen Scoutschiff T’Plana-Hath aufgefangen, woraufhin letzteres seinen Kurs änderte und sich zur Erde begab. Der vulkanische Kommandant – ein Mann namens Solkar, der die Erde seit langem beobachtete und von ihr fasziniert war – war begierig darauf, den Menschen kennenzulernen, der es geschafft hatte, die Warpmauer zu durchbrechen. Obwohl er sich hätte mit seiner Regierung beraten sollen, beschloss er, den ersten Kontakt direkt mit der Menschheit herzustellen, da die Nichteinmischungsklausel nun nicht mehr griff.

Am Abend des 5. April landete die T’Plana-Hath unter den Augen der dortigen Bevölkerung in Bozeman, Montana, wo Solkar und seine Besatzung das Schiff verließen. Solkar trat als erstes zu Cochrane herüber, streifte seine Kapuze ab und gab somit sein nicht-irdisches Erscheinungsbild preis. Anschließend begrüßte er Cochrane nach vulkanischer Art („Lebe lang und in Frieden“).     

 

Konsequenzen des Ersten Kontakts und weitere Entwicklung

Betrachtet man die Umstände von Zefram Cochranes Warpflug, so liegt ihm eine gleich doppelte Ironie zugrunde. Zum einen war es ihm ausgerechnet unter den erbärmlichen Bedingungen und im allgemeinen Chaos nach dem Dritten Weltkrieg gelungen, einen Antrieb zu entwickeln, der Reisen mit Lichtgeschwindigkeit möglich machte. Zum anderen hatte er die Phoenix aus einer alten Massenvernichtungswaffe erbaut, mit deren Hilfe er jedoch eine nie da gewesene Ära des Friedens einläutete.

Der Erste Kontakt veränderte die Geschichte der – zum damaligen Zeitpunkt darbenden – Menschheit wie nur wenige andere Ereignisse. Unmittelbar wurde den Menschen klar, dass sie nicht allein im Universum sind, was Folgen für das eigene Selbstverständnis als Spezies hatte und sicherlich ein Impulsgeber bei der Entwicklung hin zur Weltregierung (Vereinigte Erde) war.

Die Erde hatte das große Glück, mit den Vulkaniern auf eine friedliche, aufgeklärte und hilfsbereite Zivilisation zu treffen. Tatsächlich würde es maßgeblich der technologisch weit entwickelten vulkanischen Unterstützung zu verdanken sein, dass der Planet innerhalb von fünfzig Jahren wieder würde aufgebaut werden können, auch wenn die Übergangsphase sich schwierig und chaotisch gestaltete (postatomare Schreckenszeit, Flucht von der Erde). Armut, Krankheit und Krieg würden spätestens im mittleren 22. Jahrhundert vom Globus verschwunden sein.

Ab 2068 wurden offiziell diplomatische Beziehungen mit den Vulkaniern aufgenommen. Nur wenige Jahre später folgten erste Handelsverträge, die es der Erde ermöglichten, sich wirtschaftlich schneller zu erholen. Mithilfe der vulkanischen Handelspartner konnten die trägen und teilweise jahrelang reisenden Frachter der Earth Cargo Services auch mit einer Handvoll weiterer Völker wie den Draylaxianern, Teneebianern und Denobulanern frühzeitig in Kontakt treten.

Bilanzierend lässt sich der Erste Kontakt mit den Vulkaniern also nur als ein Segen für die Entwicklung der Menschheit bezeichnen und vielleicht sogar als ihre Rettung im buchstäblich letzten Moment, denn der Zustand der Erde war nach dem letzten Weltkrieg kritisch wie nie. An diesem Segen ändert auch der Umstand nichts, dass es längerfristig – anfangend mit der ersten Hälfte des 22. Jahrhunderts – zu zunehmenden Spannungen zwischen beiden Völkern kam.

Hatten sich die Vulkanier im Jahr 2063 und danach noch ausgesprochen neugierig und hilfsbereit gezeigt, traten sie etwa bei der Entwicklung des Warp-fünf- und NX-Programms (2119-51), aber auch im weiteren Verlauf bei der ersten Tiefenraummission der Menschheit (2151-55) als Bremser auf und enthielten der Sternenflotte nicht selten vitale Informationen vor. Diese Veränderungen hatten politische Ursachen und hingen mit der zunehmenden Machtballung des Oberkommandos, insbesondere unter Administrator V’Las, zusammen. Dass es im Jahr 2154 ausgerechnet die Menschheit sein würde, die Vulkan helfen würde, die Zweite Reformation auszulösen und wieder auf den Pfad von Demokratie und politischer Tugendhaftigkeit zurückzufinden, bezeichnete der berühmte Sternenflotten-Captain Jonathan Archer später einmal als „ausgleichende Gerechtigkeit“.

Der 5. April 2063 wird in der Vereinigten Föderation der Planeten als Feiertag (Tag des Ersten Kontakts) begangen, da in ihm die Keimzelle einer langen Entwicklungslinie hin zum interstellaren Völkerbund gesehen wird, der am 11. Oktober 2161 seine Geburt erlebte. Die Erde und Vulkan gehören auch noch im 24. Jahrhundert zu den bedeutendsten Kernwelten der Föderation und gelten zusammen mit Völkern wie den Andorianern und Tellariten als 'Motor' der Planetenallianz.

 

Referenz

TOS TNG DS9 VOY ENT ST-Romane/Comics
2x09 1x01   7x23 1x01 Abyss (STC)
2x26 ST VIII     1x02  
        2x02  
        2x12  
        2x24  
        4x07  
        4x22