STAR TREK COMPANION
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Hinter jedem Stern etwas Wundervolles

 

Die fünfte Star Trek-Serie Enterprise befand sich von vorneherein in einer Art narrativem Schraubstock. Sie erzählt die Geschichte der Menschheit, wie sie mit dem allerersten Warp-fünf-Schiff endgültig zu den Sternen aufbricht und damit die Grundlagen für die spätere Föderation bereitet. Da uns aber hinlänglich bekannt ist, wie sich die Zukunft in kommenden Jahrhunderten entwickeln wird, bestand das Studio auf ein futuristisches Element, welches das Prequel ergänzt und gewissermaßen konterkariert. Dieses Element ist der Temporale Kalte Krieg, ein Zeitkrieg von Parteien aus ferner Zukunft, der sich in den frühen 2150er Jahren manifestiert. Er bietet nicht nur ein potenzielles Fenster in entlegene Jahrhunderte, sondern repräsentiert auch die ständige Unsicherheit, die Star Trek-Geschichte könnte sich anders entwickeln als wir sie gewohnt sind.

Dies ist das Setting, vor dem Captain Jonathan Archer und seine Mannschaft in die unendlichen Weiten entlassen werden, um zu forschen. Im Pilotfilm Aufbruch ins Unbekannte sehen wir, wie die (allerallerallererste) Enterprise, NX-01, gegen den Widerstand der Vulkanier startet, um einen Klingonen zu seiner Heimatwelten zurückzubringen, der von einem Bauern in Oklahoma gefunden wurde. Der Klingone wird von Unbekannten verfolgt. Wenig später stellt sich heraus, dass es sich um die Suliban Cabal handelt, eine Gruppe genetisch aufgewerteter Außerirdischer, die ein Bündnis mit einer fremden Macht geschlossen haben, die aus der Zukunft heraus versucht, die Geschichte zu manipulieren.

 

Aufbruch ins Unbekannte ist wohl mit dem Voyager-Pilotfilm der beste Auftakt, den eine Serie unter dem Star Trek-Dach jemals bekommen hat. Von vorneherein sind die Charaktere sehr scharf gezeichnet und stehen in deutlichem Kontrast zu den Hauptfiguren des 24. Jahrhunderts (TNG, DS9, VOY). Jonathan Archer ist impulsiv, ungeduldig, etwas hemdsärmelig und streitlustig, aber auch voller naivem Entdeckerdrang und Optimismus. Nachdem er zusammen mit dem Ingenieurcorps der Sternenflotte den Warp-fünf-Antrieb seines verstorbenen Vaters erfolgreich fertigstellen konnte, ist er begierig darauf, die Sterne zu erforschen. Damit repräsentiert er in seiner ganzen Widersprüchlichkeit einen Typus Mensch, der (abgesehen vielleicht von seiner strengen Frisur) wunderbar in die geschichtliche Frühphase passt, in der Enterprise angesiedelt ist.

Es ist aber auch die ganze Umgebung, die ungewohnt daher kommt und für frischen Wind sorgt. Die Vulkanier – obgleich sie der Erde entscheidend beim Wiederaufbau nach dem Dritten Weltkrieg halfen – sind nicht die vorbehaltlosen, weisen Lichtgestalten aus späteren Jahrhunderten, sondern werden als skeptische Oberlehrer gezeichnet, die die Euphorie der Menschheit, zu den Sternen aufzubrechen, seit Jahren ausbremsen und offenbar alles daran gesetzt haben, damit sich die Entwicklung des Warp-fünf-Antriebs verlangsamte. Immer wieder bekunden sie, dass sie die Menschen noch nicht für reif genug halten, sich auf Langstrecken-Forschungsmissionen den Tiefen des Weltraums zuzuwenden und Erstkontakte mit neuen Völkern zu schließen. Dementsprechend gering fällt ihre Unterstützung aus, als die Enterprise das Raumdock in Richtung Qo’noS verlässt. Ihr Einfluss ist immerhin groß genug, um dafür zu sorgen, dass eine Beobachterin aus ihren Reihen Archers Flug begleitet, eine Wissenschaftlerin namens T’Pol. Sie wird sich im Anschluss an den Pilotfilm auf Archers Bitte hin entschließen, als Erster Offizier an Bord der Enterprise zu verbleiben. 

 

Eine der großen Stärken des Pilotfilms sind die Reibungen und konfliktären Situationen, die zwischen Archer und T’Pol immer wieder aufflammen. Doch mit der Zeit lernen sie, zusammenzuarbeiten und ihre jeweiligen Stärken miteinander zu verbinden. Die erste Staffel kann als schrittweiser Prozess gesehen werden, wie aus gegenseitiger Ablehnung zuerst ein Respektverhältnis entsteht, das in späteren Seasons dann immer mehr in eine Freundschaft mit menschlichen Zügen übergeht. Das ist eines der großen Highlights, das Enterprise bietet. Eng damit verbunden ist auch T’Pols persönliche Entwicklung. Zuerst mehr oder minder eine vom vulkanischen Oberkommando gelenkte Figur, entdeckt sie ihre Wertschätzung für diese wissbegierige, kleine Schar Menschen, die hinter jedem Stern etwas Wunderbares vermutet. T’Pols weiterer Veränderungsprozess ist als eine Entfremdung von ihren Vorgesetzten und ihrem eigenen Volk zu lesen. Dies hat nicht nur etwas damit zu tun, dass sie sich immer stärker der Crew der Enterprise zugehörig und Archer gegenüber loyal fühlt. Wie wir immer mehr erfahren, ist sie auch alles andere als eine typische Vulkanierin, sondern fühlt sich durchaus angezogen von Emotionen (Verschmelzung, Stigma). All das führt dazu, dass T’Pol bis zum Ende der Serie zu einer Zwischenweltlerin im besten Sinne wird, die selbstbestimmt denkt und handelt.

Nachdem das erste Abenteuer hinter der Enterprise liegt, kann sie sich endlich dem Erforschung des Alls widmen. Episoden wie Freund oder Feind, Geistergeschichten, In guter Hoffnung oder Das Eis bricht zeichnen sich nicht unbedingt dadurch aus, dass bahnbrechende Dinge passieren. Aber es gelingt hier, einen knisternden Entdeckergeist zum Leben zu erwecken, wie er schon lange nicht mehr in einer Star Trek-Serie anzutreffen war. Die Autoren geben sich alle Mühe, die Romantik der interstellaren Forschungsreise zurückzubringen. Hierfür steht nicht nur die ganze beengte Umgebung auf der Enterprise (man denke zum Beispiel an Archers Bereitschaftsraum), sondern beispielsweise auch Szenen wie jene, als Archer mit der Brückencrew eine Aufzeichnung für eine Schulklasse aufnimmt, in der die Funktionsweisen bestimmter Schiffssysteme erklärt werden.

 

Es ist schade, dass sich dieser sprühende Spirit, der Enterprise auf seinen ersten Metern auszeichnet, relativ rasch verflüchtigt. Bereits ab der zweiten Hälfte der Staffel gibt es deutlich mehr feindselige Begegnungen (u.a. Lautloser Feind, Schlafende Hunde, Raumpiraten, Gefallene Heldin) wie auch eine steigende Anzahl von Episoden, die sich durch die Adaption bestehender Erzählmuster, teilweise aber auch ausgeprägte Ideenlosigkeit auszeichnen (u.a. Die Saat, Gesetze der Jagd, Schiff der Geister, Vox Sola, Durch die Wüste). Ermüdungserscheinungen machen sich breit. Enterprise widerfährt hier etwas sehr Ähnliches wie zuvor Voyager, das sich rasch in 08/15-Folgen zu verlieren drohte.

Trotzdem stechen über die gesamte erste Staffel hinweg immer mal wieder gute bis sehr gute Episoden hervor, wenn sie auch nicht unbedingt mit Erforschung zu tun haben mögen. In Doppeltes Spiel werden die blauhäutigen, antennenbewährten Andorianer in die Serie eingeführt. Repräsentiert durch den stürmischen Commander Shran (Jeffrey Combs), erfährt die wohl interessanteste Spezies in Enterprise ihr Debüt. Anders als die meisten anderen Völker entziehen sich die Andorianer dem klassischen Schwarzweißschema, sondern sind vielschichtig und paradox. Die erste Begegnung mit ihnen ist allerdings recht unangenehm. Sie haben ein vulkanisches Kloster überfallen, weil sie hier eine geheime Abhöranlage vermuten, die in den andorianischen Raum hineinhorcht. Letztlich findet Archer heraus, dass Shrans Verdacht der Wahrheit entspricht. In der Folge Im Schatten von P’Jem werden die Ereignisse fortgesetzt. Shran wird zu einem häufigen Widergänger in der Serie, sein auf zunehmendem Vertrauen begründetes Verhältnis zu Archer ein Schlüssel für die Entstehung der Föderation.

 

Der kalte Krieg knüpft unmittelbar an die Geschehnisse aus dem Pilotfilm rund um den Temporalen Kalten Krieg an. Ein Crewman in Archers Besatzung namens Daniels offenbart sich ihm als Zeitagent aus dem 31. Jahrhundert. Archer erfährt endlich einiges über die Hintergründe des rätselhaften Zeitkonflikts, aber vieles bleibt noch im Unklaren. Kurz darauf kommt es zu einer erneuten Begegnung mit seinem sulibanischen Widersacher Silik. Diese Folge macht Lust auf mehr, leider wird der Zuschauer in Bezug auf diese Hoffnungen vom weiteren Verlauf der Serie bitter enttäuscht werden. Doch zu einem so frühen Zeitpunkt ist dies noch nicht absehbar, daher wollen wir bei der Beurteilung der ersten Staffel fair bleiben.

In Lieber Doktor stößt die Enterprise auf ein driftendes Raumschiff mit Vertretern eines noch nicht warpfähigen Volkes. Diese setzen Archer darüber in Kenntnis, dass auf ihrem Planeten eine schwere Krankheit um sich greift. Die Enterprise begibt sich dorthin, und nach einiger Zeit findet Phlox die Gründe für die Erkrankung heraus: Es handelt sich um ein genetisches Leiden, welches dazu führt, dass die Spezies im Laufe der Zeit aussterben wird. Der Schiffsarzt hat ein Heilmittel entwickelt, hadert jedoch damit, ob man dieses auch einsetzen sollte. Phlox fürchtet nämlich, die natürliche Entwicklung des Planeten fundamental zu verändern. Ein anderes, ebenfalls dort ansässiges Volk würde durch diesen Eingriff vermutlich daran gehindert, zur dominanten Spezies aufzusteigen. Letztlich gelingt es Phlox, Archer davon zu überzeugen, das Heilmittel nicht auszuhändigen. Die Folge ist nicht nur äußerst liebenswürdig gestaltet und bringt uns die sympathische Figur von Phlox näher, sondern auch eine wunderbare Anspielung auf die Oberste Direktive, die es zu diesem Zeitpunkt noch nicht gibt, und das mit ihr verbundene Dilemma. Hier geht es um nicht mehr und nicht weniger als darum, Gott zu spielen, und man tut es scheinbar immer, egal ob man sich positiv oder negativ entscheidet.

 

Allein ist zwar relativ handlungsarm, dafür bietet die Episode aber Trip Tucker und Malcolm Reed eine gute Bühne und bildet gleichsam den Ausgangspunkt für ihre Freundschaft (die allerdings nie die Tiefe des Tandems O'Brien/Bashir erreichen wird). Die Folge zeichnet sich insbesondere durch eine sehr gute schauspielerische Performance aus. Es ist durchaus nicht selbstverständlich, was zwei Männer, die die ganze Zeit über in einem engen Shuttle sitzen, alles mit sich anfangen können. 

Den Abschluss bildet der Cliffhanger des Zweiteilers Die Schockwelle, in der es erneut um den Temporalen Kalten Krieg geht. Das Saisonfinale zählt sicherlich zu den gelungensten Episoden des ersten Jahres. Die Handlung führt geschickt die Geschichte des Zeitkriegs fort, bezieht die Spannungen im Verhältnis von Vulkaniern und Sternenflotte mit ein und vergisst dabei nicht die charakterlichen Entwicklungen der Hauptfiguren.

 

Obwohl die erste Staffel in der zweiten Hälfte Schwächen aufweist, muss man ehrlicherweise bilanzieren, dass wohl keine andere Star Trek-Serie zu einem so frühen Zeitpunkt schon so viele gute Episoden anbieten kann wie Enterprise. Trotz der Einmischung des Studios und des enormen Produktionsdrucks, unter dem das Team unter Leitung von Rick Berman und Brannon Braga stand, hat sich das Konzept insgesamt bewährt. Sicherlich wäre es denkbar und wünschenswert gewesen, ein Schiff und eine Crew zu zeigen, die noch etwas weniger professionell agieren als Archer und Co. Immerhin scheint die Sternenflotte nach der Entwicklung der NX-01 technologisch schon relativ weit zu sein, und wir erkennen vieles wieder, was es in späteren Zeiten gibt (Transporter, Phaser, Subraumkommunikation etc.). Auch die Sitten an Bord sind schon relativ gepflogen. Insofern ist das Prequel an dieser Stelle mehr Kontinuität als harter Bruch. Aber auch hier, so erinnert Braga immer wieder in Interviews, war von Seiten des Studios keine stärker alternierende Darstellung der Raumfahrt im 22. Jahrhundert gewünscht.

Enterprise lebt gerade in der ersten Staffel stark von einem Spannungsverhältnis: auf der einen Seite die Vulkanier, die den Menschen nicht zutrauen, im Weltraum klarzukommen, auf der anderen Seite die beständigen Lernprozesse Archers, der erkennen muss, dass die Sorge der spitzohrigen Alliierten so unberechtigt nicht war, weil im Weltraum nicht nur freundliche Wesen beheimatet sind. Nicht immer geht die Wette zugunsten Archers aus; manchmal fällt er auf die Nase und muss anerkennen, dass die Vulkanier Recht hatten. Aber in diesem nicht schmerzfreien Prozess wächst er auch und reift allmählich zu einem verantwortungsvollen Kommandanten heran. Das ist natürlich sehr viel nahbarer als ein Jean-Luc Picard, der von vorneherein immer alles richtig zu machen und alle Konsequenzen zu bedenken scheint.

 

Trotz der für das Vorankommen der Serie durchaus produktiven Rolle, die die Vulkanier und allem voran ihr Botschafter Soval spielen, haben sich an ihrer Zeichnung in Enterprise heftige Kontroversen entzündet. Einige Fans sehen den Habitus einer großartigen, fortschrittlichen Rasse verletzt. Immerhin treten die Vulkanier nicht nur als Bremser der stürmenden und drängenden Menschheit in Erscheinung, sondern offenbaren sich beim genaueren Hinsehen sogar als eiskalte Machtpolitiker, wenn es etwa um den Konflikt mit Andoria geht. Mit ihrer erleuchteten Haltung aus späteren Jahrhunderten hat das wahrlich nicht viel gemein. Glücklicherweise wird es in der letzten Staffel eine schlüssige Auflösung geben, warum Vulkan in dieser Ära innen- und außenpolitisch noch in solch imperialen Kategorien agiert (Der Anschlag, Zeit des Erwachsens, Kir'Shara).

Aber auch schon zu einem früheren Zeitpunkt gibt es immer wieder versatzstückhafte Andeutungen und Erklärungen, dass die vulkanische Gesellschaft noch nicht ‚so weit‘ ist, weil sie sich beispielsweise vor Minderheiten in ihren eigenen Reihen fürchtet, die andere weltanschauliche Positionen vertreten oder gar ihren Gefühlen einen bedeutenderen Stellenwert einräumen (Verschmelzung, Stigma). Insofern ist das Vulkanierbild in Enterprise zwar durchaus provokativ, zugleich aber so interessant und widersprüchlich wie nie. Und diese vielen Bruchlinien passen wiederum auch sehr gut zu T’Pol, die, wie bereits geschrieben, nicht die durchschnittliche Vertreterin ihres Volkes ist.

 

Für ein Volk, das erst in TOS-Zeiten zur Bedrohung wird, tauchen die Klingonen eine Spur zu häufig auf. Gut, nun mag man argumentieren, dass der Temporale Kalte Krieg die konfliktäre Situation zwischen den Menschen und dem Kriegerreich vorverlegt hat (immerhin hieß es doch in der TOS-Episode Das Gleichgewicht der Kräfte, der Erstkontakt mit den Klingonen sei 2218 erfolgt!). Mindestens genauso wahrscheinlich ist jedoch, dass die Macher auf ein populäres Pferd setzen wollten, um Enterprise zum Erfolg zu verhelfen. In dieser Häufigkeit ist es jedoch zu viel des Guten: Gleich dreimal treten die Klingonen allein im ersten Jahr in Erscheinung (Aufbruch ins Unbekannte, In guter Hoffnung, Schlafende Hunde). An dieser Stelle wäre es ratsamer gewesen, die romulanische Bedrohung vorzubereiten. Immerhin tobt ja laut offizieller Zeitlinie 2156 bis 2160 der Irdisch-Romulanische Krieg. Doch von den Romulanern ist weit und breit keine Spur in der ersten Staffel. Ebenso unnötig, wenn nicht gar kontraproduktiv ist das Auftauchen der Ferengi in der Episode Raumpiraten. Aus TNG wissen wir, dass der Erstkontakt mit diesem Volk erst im 24. Jahrhundert erfolgt. Insofern ist es ein wenig albern, dass die Ferengi bereits gesichtet und mit ihnen interagiert wird, aber lediglich ihr Name keine Erwähnung findet. Hier wäre es sinnvoller und schöner gewesen, sich eines TOS-Volkes (Tellariten, Caitianer, Deltaner etc.) zu bedienen.

Störend empfinde ich in der ersten Staffel (und noch mehr im weiteren Verlauf der Serie), dass für ein Prequel von TOS überhaupt zu wenig mit den Spezies der Kirk-Ära gearbeitet wird, zumal einige von ihnen eine zentrale Rolle bei der zehn Jahre späteren Gründung der Föderation spielen. Nach meinem Gefühl hätte ruhig ein Drittel oder die Hälfte der Staffel mit Andorianern und Vulkaniern zu tun haben können. Sie sind immerhin der Schlüssel zu dem, was von Enterprise erwartet wird. Stattdessen werden sehr viele neue Spezies eingeführt, die noch nie irgendwo aufgetaucht und zumeist schon in der nächsten Episode wieder vergessen sind. Dieses Alien-of-the-week-Prinzip ist schon in TNG, DS9 und VOY zuhauf praktiziert worden, und es wäre bei Enterprise an der Zeit gewesen, etwas Neues auszuprobieren. Abgesehen davon erscheint es nicht realistisch, mit einem Warp-fünf-Antrieb ständig auf neue Lebensformen zu stoßen. Weniger wäre an dieser Stelle deutlich mehr gewesen.


Gesamtbeurteilung: Obwohl sich manch einer fragte, ob unmittelbar nach Voyager eine fünfte Star Trek-Serie Not tut, weiß Enterprise in seiner ersten Staffel positiv zu überraschen. Entdeckergeist, gut getroffene Charaktere und einige ungewohnte Elemente machen das Prequel sehenswert. Allerdings zeigen sich zum Ende des ersten Jahres auch beginnende Kreativitätsprobleme, die das zweite Jahr überschatten werden.

Anmerkung: Die Gesamtbeurteilung ist keine bloße Addition aller Einzelbewertungen, sondern gewichtet prominente bzw. staffelbezeichnende Episoden stärker.

Einzelbewertung:

1.01

Aufbruch ins Unbekannte (1)

1.02

Aufbruch ins Unbekannte (2)

1.03

Freund oder Feind

1.04

Geistergeschichten

1.05

In guter Hoffnung

1.06

Terra Nova

1.07

Doppeltes Spiel

1.08

Das Eis bricht

1.09

Die Saat

1.10

Familienbande

1.11

Der kalte Krieg

1.12

Lautloser Feind

1.13

Lieber Doktor

1.14

Schlafende Hunde

1.15

Im Schatten von P'Jem

1.16

Allein

1.17

Verschmelzung

1.18

Gesetze der Jagd

1.19

Raumpiraten

1.20

Schiff der Geister

1.21

In sicherem Gewahrsam

1.22

Vox Sola

1.23

Gefallene Heldin

1.24

Durch die Wüste

1.25

Zwei Tage auf Risa

1.26

Die Schockwelle (1)

 

Legende

Outstanding Episode (Prädikat: besonders wertvoll)
gute bis sehr gute Episode
durchschnittliche Episode
schlechte Episode
hundsmiserable Episode (Fremdschämen und/oder zu Tode langweilen garantiert)

 

 

 

 

 

 

 

Anhang: Denkwürdige Zitate von Rick Berman zur Konzeption von Enterprise

(Quelle: Star Trek: Communicator, 2005)

Hoher Produktionsdruck: „Ich sprach mich deutlich dafür aus, dass Voyager wenigstens ein Jahr lang als einzige Serie laufen sollte, und das Studio lenkte mit viel Widerwillen ein. Allerdings wurde mir auch gesagt, dass sie nach dem Ende von Voyager unbedingt sofort eine neue Serie als Nachfolger sehen wollten. Man wollte keine Pause einlegen, in der gar keine neue Serie lief. Ich hätte das für den besseren Weg gehalten, sie dagegen nicht.“

Berman und Braga setzen ihr Konzept durch: „Ich beschloss, die Serie zusammen mit einem jüngeren Autor zu entwickeln und entschied mich für Brannon Braga. Wir haben lange gerungen, und es gab viele Gespräche mit dem Studio. Unsere Ansicht war, dass wir nach drei Serien im 24. Jahrhundert nicht noch eine Serie in der gleichen Zeit machen sollten. Wir wollten etwas Frisches liefern. Die Entscheidung fiel dann zugunsten eines Prequels aus. Durch den Film Der Erste Kontakt wussten wir, was im 21. Jahrhundert geschehen war, und die Classic-Serie verriet uns, welche Ereignisse es im 23. Jahrhundert gab. Aber es gab da diesen Zeitrahmen zwischen der primitiven, postapokalyptischen Ära aus Der Erste Kontakt bis zu dem Universum, in dem Kirk und Spock leben, in dem es die Sternenflotte und Raumschiffe gibt, die mit unglaublicher Geschwindigkeit reisen können. Wie sind wir bis an diesen Punkt gelangt? Mich faszinierte der Gedanke.“

Neue Figuren: „Unsere Figuren sollten anders sein als Roddenberrys Menschen im 23. und 24. Jahrhundert, die praktisch keine Schwächen mehr hatten. Wir wollten eine Crew bieten, mit der sich die Zuschauer leichter identifizieren konnten.“
Kritische Fanreaktionen: „Von den Fans erreichten uns auch viele negative Reaktionen. Es herrschte die Erwartung vor, dass Enterprise ein klarer Vorläufer zur Classic-Serie werden sollte, doch ich bekam oft zu lesen, Brannon und ich würden die alte Serie ‚hassen‘. Das stimmt in keinster Weise. Aber wir waren nicht von der Classic-Serie besessen, das gebe ich ohne Umschweife zu.“

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