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Datenbank / Sternenflotten-Chronologie / 23. Jahrhundert

 

 

Hatte die zweite Hälfte des 22. Jahrhunderts noch ganz im Zeichen der Föderationsgründung gestanden, erreichte die neue Sternenflotte im 23. Jahrhundert erstmals eine organisatorische Dichte und Massentauglichkeit, dass sie das rasche Anwachsen der ihr assoziierten Planetenallianz sogar überflügelte. So war es gleichzeitig möglich, neue, moderne Tiefenraumkreuzer in die Tiefe des Alls zu entsenden und besser denn je die Sicherheit der Mitgliedsterritorien der Föderation zu gewährleisten. Vor neue Herausforderungen stellte sie ein langjähriger Konflikt mit dem Klingonischen Reich.

 

Übergangszeit 2200-2250

Nachdem die Gründung der Föderation maßgeblich mit einem ausufernden Krieg gegen das Romulanische Sternenimperium zusammengefallen war, kam es in den kommenden hundert Jahren zu keinem bedeutenden Konflikt mit einer anderen Macht mehr. Diese Phase nutzte die Sternenflotte, um sich auf einen Dreiklang von Weiterentwicklungen zu konzentrieren, die sich maßgeblich auf die innere Tektonik und das Selbstbild der Föderation bezogen.

Erstens ist die sprunghaft gestiegene Größe der Föderationsfamilie zu nennen. Innerhalb von rund achtzig Jahren nach ihrer Gründung wuchs die Mitgliederzahl von fünf auf über siebzig an – eine Ausdehnungsgeschwindigkeit, wie sie zu späteren Zeitpunkten nicht mehr erreicht wurde. Die Einbindung so zahlreicher Welten in die gemeinsame administrative Ordnung machte partielle Veränderungen der Verfassung notwendig. Insbesondere entwertete sie aber die früheren, eher spontanen und auf zwischenmenschlichem Vertrauen gegründeten Tischgespräche aus Tagen eines irdischen, vulkanischen, andorianischen und tellariten Bündnisses, weil der Bedarf nach gemeinsamer Absprache bzw. Abstimmung enorm geworden war.

Es war die Zeit der innenpolitischen Professionalisierung und der Diplomaten. Allein der Föderationsrat wuchs sich zu einer Institution von erheblichem Umfang mit einer Vielzahl neuer Gremien, Kompetenzen und wechselseitiger politischer Kräftefelder aus. Die Sternenflotte musste auf diese Veränderungen reagieren, indem sie ihre Flotte den neuen Erfordernissen anpasste. Anfang des 23. Jahrhunderts existierte bereits ein differenziertes Schiffsaufgebot, das auch die Beförderung von V.I.P.-Personal und sogar das Abhalten von Konferenzen vorsah.

Mit der Ausdehnung der Föderationsbürokratie konform ging für die Sternenflotte die Herausforderung, nun eine Vielzahl von Welten flexibel verteidigen zu müssen. Diese zweite wesentliche Weiterentwicklung, die sich letztlich auch in einer Flottendifferenzierung niederschlug, war bereits im Irdisch-Romulanischen Krieg angelegt, als die Notwendigkeit bestand, eine Vielzahl unkomplizierter Raumer in Kürze zu produzieren und gegen den Feind ins Feld zu schicken. Unter Verwendung früherer Blaupausen gelang die Schaffung mehrerer zeitgemäßer Schiffsklassen am unteren Ende der Armada. Diese Korvetten, Fregatten und leichten Kreuzer ließen sich vielseitig für Patrouillen- und Aufklärungsflüge einsetzen und führten zu einer weitgehenden Entlastung der Flotte.

Die nun frei gewordenen Kapazitäten wurden genutzt, um einen dritten Entwicklungsschwerpunkt auszubilden. Weil die Föderation so stark angewachsen und zu einer zentralen Größe im erforschten All aufgestiegen war, war es mehr denn je nötig, ein geeignetes Vehikel zur äußeren Repräsentation zu haben. Im Idealfall ließ sich damit auch der für die Föderation wichtigste Auftrag in einer neuen Qualität fortführen: die friedliche Erforschung und Kontaktbildung im All.

 

Neue Bedrohungen

Das Ende des umfassenden Prozesses der Flottendifferenzierung bildete somit zu Beginn der zweiten Hälfte des 23. Jahrhunderts die Konstruktion der Constitution-Klasse, eines grundlegend neuen Typs von schwerem Kreuzer. Als größtes und am weitesten entwickeltes Schiff, das jemals gebaut wurde, war es imstande, mit einer Crew von vierhundert Mann über mehrere Jahre autark in entlegenen Regionen des Alls zu operieren, ohne eine Sternenbasis ansteuern zu müssen. Es konnte von extrem hohen Geschwindigkeiten Gebrauch machen, die mit dem Durchbrechen der Warp-sieben-Mauer möglich geworden waren.

Insofern liegt eine gewisse Ironie darin begründet, dass auf den verheißungsvollen Stapellauf der ersten Constitution-Einheiten - vergleichbar vielleicht mit der Situation der Sternenflotte kurz vor dem Xindi-Angriff 2153 - unerwartet neue Bedrohungen aus dem Boden sprossen, welche eben jene aktuelle Generation von Flaggschiffen mit unvorhergesehenen Gefahren konfrontierten.

Die Rede ist zunächst von der aggressiven Expansion des Klingonischen Reichs ab circa 2250. Mit dem Aneinanderstoßen der gemeinsamen Grenzen kam es mehr und mehr zu bewaffneten Auseinandersetzungen mit der Föderation, die sich vor dem Dilemma sah, ihre freiheitlich-kooperativen Werte ebenso wenig aufzugeben wie ihre Sicherheit. Auf diese Weise erwuchsen die neuen Raumschiffkolosse der Constitution-Klasse zu Bollwerken, deren Aufgabe es war, die Tugenden der Föderation zu betonen und auch ihren wehrhaften Charakter. Die U.S.S. Enterprise, NCC-1701, unter dem Befehl von James T. Kirk gereicht von allen diesen Schiffen der Sternenflotte zur größten Ehre.

Der glückliche Umstand, dass es bei einzelnen Gefechten und Schlachten blieb und niemals zu einem größeren Krieg zwischen Klingonenreich und Föderation kommen konnte, geht auf die rechtzeitige Intervention der Organier im Jahr 2267 zurück und später, 2293, auf den Umstand, dass die Klingonen mit der Explosion des Praxis-Mondes endgültig vor dem Scherbenhaufen einer übertriebenen Militarisierung standen. Dennoch befreite dies die Sternenflotte nicht von dem Problem, sich gegen eine äußerst territoriale und weit entwickelte Spezies im Notfall schützen zu müssen. Die Errichtung fester Grenzposten nach dem Frieden von Organia war zusammen mit der Aufstockung der Patrouillenschiffe ein integrativer Teil friedenssichernder Maßnahmen.

In etwa zur selben Zeit meldete sich die zweite bis dato bekannte antagonistische Großmacht im galaktischen Konzert zurück, das Romulanische Imperium. Anders als die nach offenem Kampf lechzenden Klingonen konfrontierten die nach ihrer Niederlage vor hundert Jahren scheinbar auf Revanche hinstrebenden Romulaner die Sternenflotte mit einem Verhalten der Hinterlist. Anstatt einen erneuten Krieg zu riskieren, konzentrierten sie sich zunächst darauf, mithilfe einer neuartigen Tarntechnologie die Schwächen der Sternenflotte auszutesten (2266), ebenso das Reizverhalten der Föderation, loteten neue Bündnisse (2268) aus und mischten sich, möglichst unbemerkt, in zahlreiche Konflikte ein, die sie zu ihren Gunsten zu beeinflussen suchten. Erst zu Beginn des 24. Jahrhunderts wurde die Konfrontation zwischen Romulanern und Föderation offener und schärfer und lief auf den einschneidenden Tomed-Zwischenfall (2311) zu.

 

Interplanetarer Handel, Raumbasennetz und technologische Neuerungen

Im Windschatten dieser Auseinandersetzungen gingen die Ausdehnungs- und Verschmelzungsprozesse der Föderation indes beinahe ungebremst weiter. Innerhalb der Föderationswelten konnte der interplanetare Handel intensiviert werden. Außerhalb erschlossen zivile Siedlerunterfangen zahlreiche neue Kolonien, interstellare Unternehmen errichteten Schürfstellen für den Abbau von raumfahrtrelevanten Ressourcen wie Dilithium, Lucasid und Verterium. Der Sternenflotte fiel die Aufgabe zu, die Versorgung schwer erreichbarer Außen- und Förderposten sicherzustellen.

Um große Entfernungen zu überbrücken, wurden von der Sternenflotte große Raumbasen ins Leben gerufen, eigenständige Gebilde, auf denen sich Handel und Diplomatie abspielten und die, je nachdem, Ausgangspunkt für militärische oder explorative Unterfangen sein konnten. Es sind dies vor allem die Station der K- sowie der noch größeren Watchtower-Klasse, die ab Ende der 2250er in großem Stil errichtet wurden. Wenige Jahrzehnte später kamen die Giganten der Ournal-Klasse hinzu und wurden ihrer Bezeichnung als 'Städte im Weltraum' gerecht.

Nicht zuletzt durch den Ausbau ihres Raumbasennetzes, in das sie zahlreiche zivile Akteure einbezog, etablierte sich die Sternenflotte endgültig als breite und vielfältig aufgestellte Multizweckinstitution mit einer Vielzahl von Armen. Diesem Trend verschrieb sie sich, indem sie nach der Bewährung der Constitution-Klasse verstärkt auf Allroundraumer verschiedener Größen setzte. Besonders prominente Vertreter dieser Zeit sind die Miranda- und später die Excelsior-Klasse. Noch bis weit in die erste Hälfte des 24. Jahrhunderts sollte dieses Entwicklungsparadigma beibehalten werden, ergänzt um technologische Neuerungen wie die Multiphasenschutzschilde.