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Relaunch / Destiny
VorbereitungDie Destiny-Trilogie rückbezieht sich weitestgehend auf die bisherigen Ereignisse im TNG-Relaunch, partiell auch auf die Romanserie Star Trek: Titan, die Pilotromane des VOY-Relaunch, Homecoming und The Farther Shore, sowie in geringen Maßen auf das zweite Werk des Enterprise-Relaunch, Kobayashi Maru. Weil sie streng genommen über das Feld der Second Decade von TNG hinausreicht, aber von ihrer Story hochrelevant ist, präsentiere ich an dieser Stelle den gelungenen Überblicksartikel aus dem Unendliche Seiten-Literatur-Newsletter Nr. 7 von TrekZone, geschrieben von Jörn Podehl. Eine Bewertung wird aber nicht vorgenommen.Der direkte Nachfolgeroman zu Destiny ist A Singular Destiny.Schicksal und UmbruchEs hat sich bewährt, dahinzugehen, wo noch nie ein Mensch zuvor gelesen hat: Pocket Books wagte seinerzeit mit dem Deep Space Nine-Relaunch den ersten Schritt der Fortführung der geliebten Star Trek-Serien in Romanform und Comics. Nach DS9 wurde Voyager fortgesetzt, ja sogar Enterprise bekam eine fünfte Staffel. [...] Hält man die Handlungsstränge der einzelnen Serien nebeneinander, wird man an unterschiedlich lange Nudeln erinnert: Der DS9-Relaunch spielt im Jahr 2376, der Voyager-Relaunch beginnt mit der Rückkehr von Janeway & Co. im Jahre 2378 und der kürzlich ins Leben gerufene The Next Generation-Relaunch (auch Second Decade genannt) startet einige Wochen nach Nemesis und somit Ende 2380. Unvereinbar damit ist natürlich der Enterprise-Relaunch, der die Zeit nach der TV-Serie weiterführt und sich derzeit im Jahre 2156 austobt. Die Welt lechzt schließlich nach Umbrüchen. Alte TV-Serien werden neu aufgelegt und bringen das Dunkle der Seele hervor, anstatt auf das aus den 60er bis 90er Jahren Gute und Friedvolle zu beruhen. Kinofilme erfinden Charaktere neu, ändern den lästigen hellen Schein und ersetzen ihn durch rabenschwarze Züge. Und vor diesen Umbrüchen ziert sich auch Star Trek nicht. Mit dem ebenfalls umstrittenen Peter-David-Roman Before Dishonor wird die Borg-Attacke aus Resistance fortgeführt und beginnt gleich mit dem ersten prominenten Opfer der Star Trek-Romangeschichte: Admiral Janeway wird von den Borg assimiliert und wendet sich gegen die Föderation. Sie richtet einen riesigen Schaden an, der aber nichts im Vergleich zu dem ist, was noch kommen wird. Im Übrigen verfolgt Pocket Books mit den Relaunch-Büchern jetzt nicht mehr das jahrelang von Paramount aufgezwungene Motto "Wie du in den Roman gehst, musst du auch hinaus kommen", sondern die Devise: "Wie du in den Roman gehst, hat keinen Einfluss auf das Ende". Admiral Janeway stirbt am Ende von Before Dishonor…auf eine gewisse Art und Weise. Auch wenn der Eindruck des beliebten Hintertürchens entsteht (Janeway explodiert mit ihrem Borgschiff und landet plötzlich im Q-Kontinuum, die Q schließen ihre Rückkehr aber aus), hat sich die Star Trek-Geschichte verändert. Gleichzeitig wurden auch die von uns geliebten Charaktere verändert: Picard zerbricht fast an Selbstzweifeln und der Furcht vor den Borg, seine neue Schiffsbesatzung wendet sich gegen ihn und jeder neue Charakter kann wichtig oder unbedeutend sein. Wie wichtig Pocket Books die Verfolgung der neuen Kontinuität ist, zeigt sich in den weiteren Second Decade-Romanen, die den Weg zum Umbruch pflastern. Greater Than The Sum legt den Fokus auf die Verfolgung des letzten Borgschiffs, der assimilierten U.S.S. Einstein, die scheinbar einen Weg gefunden hat, zurück in den Delta-Quadranten zu den anderen Borg zu flüchten und um Hilfe rufen zu können. Die Einstein wird zum Glück gestoppt, da die Crew der Enterprise ein Mittel gegen die Borg gefunden hat. Eine Art biologische Waffe gegen die kybernetischen Wesen, gegen das die Borg noch keine Schutzmöglichkeit gefunden beziehungsweise haben finden können, da das Mittel gegen einen vom Kollektiv getrennter Borgschwarm eingesetzt wurde. Direkt an das Ende von Greater Than The Sum eröffnet sich der Föderation das Schicksal. Bereits seit mehreren Monaten fliegen Borg-Schiffe Angriffe auf Planeten der Föderation, eine große Invasion zeichnet sich ab. Viele Schiffe der Sternenflotte sind vernichtet oder beschädigt worden. Captain Ezri Dax untersucht das Wrack der auf einem Wüstenplaneten im Gamma-Quadranten gefundenen U.S.S. Columbia, NX-02, und hofft, mithilfe des toten Rumpfes etwas Wichtiges im Kampf gegen die Borg in Erfahrung zu bringen. Schließlich ist es höchst mysteriös, dass die Columbia mithilfe der beschränkten Ressourcen ihrer Zeit eine Reise in den Gamma-Quadranten unternommen hat und letztendlich, knapp 60.000 Lichtjahre vom Föderationsraum entfernt, gestrandet ist. Tatsächlich ist die Columbia, wie sich im späteren Verlauf der Handlung zeigt, der Schlüssel zu allem. Denn kurz nach den Ereignissen aus dem Enterprise-Relaunch-Roman Kobayashi Maru wird die Columbia unter Captain Hernandez in einen Kampf mit den Romulanern verstrickt, die Hernandez den Warpkern kostet und letztendlich durch einen romulanischen Computervirus einen Konvoi von Frachtschiffen vernichten lässt. Am Ende ihrer Reise erreichen sie den Planeten Erigol, auf dem die kybernetischen Caelianer in fliegenden Stadtschiffen leben. Das hoch entwickelte Volk begrüßt Hernandez und ihr Außenteam freundlich, nimmt ihnen aber jede Möglichkeit, Erigol zu verlassen; sie und die gesamte Crew sind Gefangene, da die Caelianer ein sehr zurück gezogenes Volk sind, nur mit dem Wunsch, Kontakt zu noch höher entwickelten Spezies zu bekommen. Würden sie Hernandez und ihre Crew ziehen lassen, sehen sie die Gefahr, dass die Menschen und andere Völker auf die Caelianer aufmerksam werden und um deren Technik buhlen würden. Die Geschichte scheint sich zu wiederholen; wieder verbieten die Caelianer, dass die Ankömmlinge abreisen. Das Außenteam der Titan (Deanna Troi, Christine Vale, Tuvok und Dr. Ree) bleibt auf Axion, als Captain Riker - mit Unterstützung von Erika Hernandez, die die Isolation auf Axion leid ist - die Flucht mit der Titan gelingt. Riker will mit der Titan in Kampf gegen die Borg ziehen. Die Charaktere verändern sich, und die Technik tut es ihnen gleich. Star Trek verändert sich, weil die Erfahrungen aus den TV-Serien und anderen Romanen in die neuen Geschichten mit einfließen. So ist das Schiff von Captain Dax - die U.S.S. Aventine - eins von wenigen Schiffen, die bereits über einen experimentellen Quantenslipstream-Antrieb verfügen und ihn auch im Kampf gegen die Borg einsetzen werden. Teil der Handlung in Destiny ist die Entstehung der Borg. Während das Stadtschiff Axion mit Hernandez nach der Zerstörung von Erigol im Beta-Quadranten sesshaft wird und Hernandez zu dem (männlichen) Caelianer Inyx eine fast schon liebevolle Beziehung aufbaut, strandet das zweite Stadtschiff, Mantilis, in einem anderen Teil der Milchstraße (wahrscheinlich der Delta-Quadrant). Die überlebenden MACOs an Bord, die für die Vernichtung von Erigol verantwortlich sind, werden im Jahr 4.527 v.Chr. von der Caelianerin Sedín gewaltsam in kybernetische Wesen verwandelt, um das Überleben der Caelianer zu sichern. Sie sind die ersten Borg und beginnen mit der Assimilierung anderer Völker. 2381, fast 7.000 Jahre später, sind die uns bekannten Borg wieder da - sie assimilieren nicht mehr, sie absorbieren. Nur die potentiell Wichtigsten werden in das Kollektiv übernommen, der Rest wird vernichtet. Das neue Borg-Motto: "Widerstand ist zwecklos...aber erwünscht". Während der Haupthandlung von Destiny werden etliche Welten komplett ausgelöscht: 60 Milliarden Lebewesen sterben. Risa, Vulkan und Planeten des Klingonischen und Romulanischen Reiches werden schwer verwüstet, das Wirtschaftssystem ist kollabiert. 40 Prozent der Sternenflottenschiffe sind vernichtet worden, darunter um ein Haar auch die Voyager. Vor prominenten Personen macht Destiny keinen Halt: Admiral Paris, Lieutenant T'Lana (Schiffscounselor der Enterprise-E) und Tuvoks Sohn verlieren das Leben. B'Elanna und Miral Torres gelten ebenfalls als verstorben. Captain Riker und der Titan gelingt zusammen mit Hernandez die Flucht von New Erigol und kann mithilfe eines Subraum-Korridors zurück in das Föderationsgebiet fliegen. Dort trifft Riker auf die Enterprise (Captain Picard) und die Aventine (Captain Dax). Hernandez bietet ihre Hilfe im Kampf gegen die Borg an, als sie erkennt, dass die Borg ein Teil der Caelianer sind, nämlich von den Caelianern, die auf dem Stadtschiff Mantilis im Delta-Quadranten gestrandet sind. Unmittelbar vor der Vernichtung der Erde übertüncht sie das Signal der Borg-Königin und befielt den Drohnen das Ende der Angriffe. In der finalen Schlacht greifen die sonst pazifistischen Caelianer von Axion ein und befreien alle Borg der Milchstraße aus dem Zwang des Borg-Kollektivs und assimilieren sie in das friedliche Kollektiv der Caelianer. Die Borg existieren nicht mehr. Sie sind (wieder) Caelianer und verschreiben sich der friedlichen Forscherexistenz. Aus dieser Konsequenz verliert Seven Of Nine ihre Borg-Implantate und wird zu einem 'normalen' Mensch namens Annika Hansen. In dieser für ein 1.300 Seiten komplexes Werk rasanten Inhaltsangabe zeigt sich, wie allumgreifend Destiny geworden ist. Für die Borg ist Destiny das Alpha und das Omega, für die Roman-Relaunches die Chance, auf gleicher Höhe mit allen anderen Helden an einer Front zu kämpfen und für den Leser ein großer Einschnitt in die Geschichte, der Star Trek in eine ganz neue Richtung lenkt. [...] Wenn die Post-Nemesis-Romane weiter eine derartige Entwicklung erleben, bin ich sicher, dass Star Trek unsterblich bleiben wird, denn nichts bleibt so wie es ist - und alles wird anders. Um mein Zitat von weiter oben zu korrigieren: Dies ist nicht der Anfang vom Ende, sondern das Ende vom Anfang... 3-2009 | ||
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