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Datenbank / Historische Ereignisse / 2372: Leyton-Verschwörung

 

 

Die sogenannte Leyton-Verschwörung ist ein im Jahr 2372 stattfindender, systematisch vorbereiteter Putschversuch von Admiral James Leyton und seinen getreuen Offizieren mit dem Ziel, die demokratische Föderationsregierung zu stürzen und der Sternenflotte schrittweise die volle politische Kontrolle über die gesamte VFP zu übertragen. Die dahinter stehende Annahme ist, dass so die Föderation besser vor der heraufziehenden Gefahr durch das Dominion geschützt werden könne.

 

Hintergrund

Seit Gründung der Föderation im Jahr 2161 hat es nie eine Absetzung der demokratisch gewählten Regierung durch die Sternenflotte gegeben. Die erste Bestrebung dieser Art fand im Frühjahr 2372 statt. Ein solch illegaler Versuch, aus den Reihen der Sternenflotte einen Staatsstreich auf der Erde in die Wege zu leiten, ist undenkbar ohne die vorangegangenen Ereignisse der zurückliegenden anderthalb Jahre. Da ich hiervon viele in separaten Artikeln ausführlich beschreibe, soll an dieser Stelle lediglich eine kurze Zusammenfassung der bisherigen Entwicklung geboten werden.

  • Ende 2370 beschloss das Dominion, den Expeditionen der Föderation, Bajoraner und Cardassianer durch das Bajoranische Wurmloch ein abruptes Ende zu setzen. In einer brutalen Säuberungsaktion wurden New Bajor, die einzige bajoranische Kolonie im Gamma-Quadranten, ein Dutzend Raumschiffe und sämtliche Relaisstationen vernichtet. Sogar ein schwerer Sternenflotten-Kreuzer der Galaxy-Klasse (U.S.S. Odyssey) wurde von den Jem’Hadar zerstört. Als Begründung führte das Dominion an, dass die Föderation sein Hoheitsgebiet verletzt habe und sprach eine unverhohlene Drohung für den Fall aus, dass weitere Schiffe durch die Anomalie geschickt würden. Als Reaktion darauf stoppte die Sternenflotte bis auf weiteres jeglichen Schiffsverkehr zur anderen Seite der Milchstraße.
  • Eine zu Beginn des Jahres 2371 von der U.S.S. Defiant durchgeführte Mission zur Heimatwelt der Gründer, den Anführern des Dominion, bestätigte die bisherigen Erfahrungen, dass das Dominion der Föderation gegenüber tendenziell feindlich eingestellt war. Erneut trat das enorme technologische Entwicklungsniveau dieser Supermacht zutage, die die Aussicht einer Invasion zu einem erschreckenden Szenario werden ließ.
  • Vor diesem Hintergrund wuchsen Paranoia und Invasionsangst, zunächst vor allem bei den Geheimdiensten der Romulaner und Cardassianer. In einem Geheimdienstjointventure, das der Tal’Shiar-Colonel Lovok und der ehemalige Chef des Obsidianischen Ordens Enabran Tain eingingen, wurde im Verborgenen eine hoch entwickelte, mit romulanischen Tarnvorrichtungen ausgerüstete Kampfflotte hochgezogen und im Herbst 2371 in den Gamma-Quadranten verlegt. Aufgrund des Informationsaustausches zwischen Sternenflotte und Romulanern verfügte die Flotte über die Koordinaten der Gründer-Heimatwelt und führte einen vernichtenden Angriff auf sie durch. Allerdings stellte sich kurz darauf heraus, dass die Welt vollkommen verlassen war und lediglich ein Transponder falsche Lebenszeichen imitierte. Aus dem Hinterhalt tauchte eine riesige Jem’Hadar-Armada auf und zerstörte cardassianisch-romulanische Flotte. Erstmals stellte sich heraus, dass einige Gründer bereits den Alpha- und Beta-Quadranten infiltriert hatten und dort wichtige Persönlichkeiten ersetzt hatten. Im vorliegenden Fall war Colonel Lovok durch einen Formwandler ausgetauscht worden, sodass das Dominion zu jeder Zeit über alle Schritte des Geheimdienstjointventures informiert war und dadurch das Ziel erreichte, beide Organisationen erheblich zu schwächen, was dem Romulanischen Imperium und insbesondere der Cardassianischen Union als Ganzes einen herben Schlag versetzte.
  • Die Infiltration durch Gründer ging weiter. Gegen Ende des Jahres 2371 stellte sich heraus, dass auch die Föderation von Gründern unterwandert worden war. Ein Wechselbalg übernahm die Identität von Botschafter Krajensky und inszenierte ein vermeintliches Szenario, wonach auf der Heimatwelt der Tzenkethi ein Staatsstreich stattgefunden habe und die Tzenkethi infolgedessen Föderationskolonien in der Nähe ihrer Grenze angegriffen hätten. Das Ziel war, die Föderation und die Tzenkethi in einen erneuten Krieg zu verwickeln (2362-64). Allerdings scheiterte dieser Versuch.
  • Das Schüren einer regelrechten Infiltrationsparanoia kulminierte Anfang 2372 in einem kriegerischen Feldzug der Klingonen gegen die Cardassianische Union, deren neue politische Führung (Detapa-Rat) aus Sicht des klingonischen Kanzlers Gowron von Gründern unterwandert worden war. Tatsächlich war General Martok, Gowrons einflussreichster Berater, durch einen Gründer ersetzt worden und agierte offenbar als Einflüsterer des Kanzlers, dem ein Vorwand recht war, um seine eigene machtpolitische Stellung im Reich zu festigen. Die ohnehin aufgrund von zivilen Unruhen, dem Kollaps des Obsidianischen Ordens und fortwährenden Kämpfen gegen den Maquis geschwächte Cardassianische Union war ein verlockendes Beuteobjekt. Weil die Föderation den aggressiven Vorstoß des klingonischen Militärs aufs Schärfste verurteilte und sich protegierend auf cardassianische Seite stellte, zog sie sich den Zorn Gowrons und des Hohen Rats zu, was in die Annullierung der Khitomer-Verträge und die Ausrufung eines Kriegs mündete. Bis zum Sommer des Jahres 2373 würde ein kräftezehrender Konflikt zwischen Föderation und Klingonen herrschen – genau jene Schwächung, welche die Gründer sich als lachende Dritte erhofft hatten.

 

Antwerpen-Konferenz als Auslöser der Putschpläne

Im Anschluss an den Zwischenfall um den falschen Botschafter Krajensky hatte Constable Odo einen ausführlichen Bericht an die Sternenflotten-Zentrale übermittelt, demzufolge ihm der Wechselbalg an Bord der Defiant mitgeteilt habe, die Föderation sei inzwischen von Wechselbälgern unterwandert worden. Vor dem Hintergrund dieser Nachricht sowie der geschilderten Ereigniskette reifte bei Admiral James Leyton, seit kurzem zum Stabschef der Sternenflotte (Chiefadmiral, dem Föderationspräsidenten direkt unterstellt) befördert, die Sorge, dass die Föderation massiv von Gründern geschädigt werden könne, noch bevor ein offener Krieg überhaupt begonnen hätte. Als Folge hiervon malte er sich aus, dass es der Planetenallianz nicht möglich sein würde, in einem möglichen kriegerischen Konflikt in der Zukunft zu bestehen, wenn in ihren Reihen Wechselbälger Sabotageakte und Anschläge verübten.  

Im Januar 2372 traf sich Leyton mit anderen hochrangigen Offizieren im Hauptquartier, um über die Lage zu diskutieren. Im Zuge der Gespräche erarbeiteten die Offiziere unter seiner Leitung Pläne für eine intensivierte Verteidigung der Kernwelten der Föderation, insbesondere der Erde. Zentraler Bestandteil dessen war eine massive militärische Sicherung der Erde durch die Sternenflotte, deren Kompetenzen und Vollmachten erweitert werden sollten. Leyton versuchte Föderationspräsident Jaresh-Inyo von seinem Sicherheitskonzept zu überzeugen; dieser jedoch erachtete die Sicherheitslage als nicht so schlimm wie Leyton sie wahrnahm und wies die Aussicht massiver militärischer Präsenz auf der Erde entschieden zurück.

Ende Februar 2372 war die Erde Schauplatz einer Konferenz zwischen Föderation und Romulanern, bei der auch ein tholianischer Beobachter anwesend war. Dabei ereignete sich eine Explosion, durch die sämtliche 27 Diplomaten und Delegationsmitglieder ums Leben kamen. Wie sich herausstellte, hatte ein Wechselbalg einen gezielten Sprengstoffanschlag verübt – ein Vorfall, den es bereits seit mehr als einem Jahrhundert nicht mehr auf der Erde gegeben hatte. Weil keine Überreste eines Formwandlers gefunden werden konnten, lag auf der Hand, dass der Attentäter entkommen war.     

Da Jaresh-Inyo im Anschluss an den Anschlag immer noch davon absah, schärfere Sicherheitsmaßnahmen ins Werk zu setzen, reiften bei Leyton in dieser Situation die eigentlichen Putschpläne heran. Da er dem Präsidenten nicht zutraute, die Föderation wirksam zu schützen, sah er keine andere Wahl als selbst die politische Kontrolle zu übernehmen und das aus seiner Sicht schwache und unentschlossene Staatsoberhaupt faktisch zu entmachten. Leyton plante, eine Kette von Ereignissen in Gang zu setzen, durch die die Sicherheitslage auf der Erde so fragil erschien und die unmittelbar Bedrohung durch das Dominion derart groß, dass Jaresh-Inyo die höchste Stufe des Ausnahmezustandes verhängen und der Sternenflotte damit wesentliche Kontrolle über das politische System in der Föderation geben würde. Leyton hatte noch deutlich weitergehende Vorstellungen. So dachte er daran, in einer Mischung aus Druck und systematischer Falschinformation den Föderationsrat zu instrumentalisieren, um binnen der nächsten Monate einen Verfassungsbruch zu legitimieren und eine Sternenflotten-Regierung ins Amt zu setzen.  

 

Mehrstufiges Vorgehen

Leyton initiierte ein mehrstufiges Vorgehen, um seine Putschpläne zu realisieren:

  • 1 – Manipulation des Bajoranischen Wurmlochs: Mithilfe eines Handlangers an Bord von Deep Space Nine, Lieutenant Arriaga, manipulierte Leyton einen Relaissatelliten am Ausgang des Wurmlochs mithilfe eines Subraummodulators. Dadurch öffnete und schloss sich das Wurmloch zeitweilig willkürlich – ein Verhalten, das es sonst nicht gezeigt hatte.
  • 2 – Rekrutierung von Captain Benajmin Sisko und Constable Odo als Experten für das wahre Ausmaß der Dominion-Bedrohung: Leyton beorderte seinen ehemaligen Ersten Offizier, Captain Benjamin Sisko, zusammen mit dessen Sicherheitschef Odo auf die Erde und bat beide, bei der Entwicklung neuer Sicherheitsmaßnahmen zur Detektion von Formwandlern zu helfen. Hierzu ernannte Leyton Sisko temporär zu seinem Stellvertreter. Vor allem gedachte Leyton, mithilfe von Sisko Jaresh-Inyo stärker unter Druck zu setzen. Da Sisko nicht über Leytons Plan eingeweiht war, konnte der Admiral ihn instrumentalisieren und über ihn auf den Präsidenten einwirken. Weigerte sich Jaresh-Inyo anfangs noch, schärfere Sicherheitsvorkehrungen ins Auge zu fassen, so änderte er seine Meinung, als Odo sich in einer eindrucksvollen Demonstration aus einem Koffer vor ihm manifestierte. So ließ sich der Präsident überzeugen, bis auf weiteres Bluttests bei Angehörigen der Sternenflotte und deren Familien zu genehmigen und zusätzlich in allen Gebäuden der Föderationspolitik und der Sternenflotte Phaserabtastungen durchzuführen. Natürlich genügten diese ersten Maßnahmen Leyton nicht, sondern diese konnten für ihn lediglich der Anfang sein.
  • 3 – Sabotage des Energierelaissystems der Erde: Leyton initiierte die nächste Stufe. In einer geheimen Aktion forderte er die Red Squad, eine Eliteeinheit aus Kadetten der Sternenflotte, auf, in die Division für planetare Operationen einzudringen und dort ein Computerprotokoll in das Netzwerk einzuspielen, das eine Sabotage des Energierelaissystems bewirkte. Ein planetenweiter Stromausfall war die Folge. Leyton schrieb dieses Ereignis sogleich den Wechselbälgern zu, von denen inzwischen bekannt geworden war, dass sich vier von ihnen auf der Erde aufhielten.
  • 4 – Präsentation vermeintlicher Beweise und Nutzung öffentlicher Panik: Leyton nutzte die Gelegenheit und suchte zusammen mit Sisko und Odo den Präsidenten erneut auf. Er brachte das merkwürdige Verhalten des Wurmlochs zur Sprache wie auch den Umstand, dass die im Gamma-Quadranten zerstörte cardassianisch-romulanische Streitmacht hoch entwickelte Tarnvorrichtungen an Bord gehabt hatte. Damit legte er, unterstützt durch Sisko und Odo, den Schluss nahe, dass womöglich eine getarnte Flotte des Dominion in der Nähe sei und plane, die zurzeit vollkommen schutzlose Erde anzugreifen. Unter dem Druck der Ereignisse sowie der aufkommenden Panik der Öffentlichkeit auf der Erde ließ sich Jaresh-Inyo überzeugen, den Ausnahmezustand zu verhängen. Mit Ausnahme der Borg-Krise von 2366/67 war dieser seit über einem Jahrhundert nicht mehr ausgerufen worden.
  • 5 – Inkraftsetzung des Sternenflotten-Regimes: Als Stabschef war Leyton nun autorisiert, besondere Maßnahmen zu ergreifen. Innerhalb von zwölf Stunden mobilisierte er sämtliche zur Verfügung stehenden bewaffneten Truppen und stationierte sie überall auf der Erde; auch der Orbit wurde abgeriegelt. Damit verwandelte sich die Erde in eine Hochsicherheitszone, in der die Sternenflotte auch im unbegründeten Verdachtsfall Bürger festhalten und inhaftieren konnte. Die Akzeptanz der Bevölkerung für diese Sicherheitsmaßnahmen wollte Leyton nutzen, um dem Sternenflotten-Regime einen möglichst großen Zuspruch zu verschaffen und etwaigen Versuchen Jaresh-Inyos, den Ausnahmezustand zurückzudrehen, das Wasser abzugraben.
  • 6 – Vorbereitung der Absetzung des Präsidenten durch umfassende Personaltransfers: Offenbar hatte Leyton vor, bis zum 14. Mai 2372, Jaresh-Inyo als Präsidenten abzusetzen und – über den Ausnahmezustand hinaus – eine von der Sternenflotte getragene Militärregierung ins Amt zu setzen. Wie genau er dies umzusetzen gedachte, bleibt ein Anlass für Spekulationen, da er nicht so weit kam. Allerdings sollte ein wichtiges Element dabei die Neubesetzung zentraler Positionen mit ihm loyalen Offizieren sein. Hierzu gehörte etwa auch die Beförderung seiner persönlichen Adjutantin, Erika Benteen, zum Captain der massiv hochgerüsteten U.S.S. Lakota. Die Personalumgruppierungen sollten nicht zuletzt dazu dienen, den Putsch nicht mehr ohne weiteres rückgängig machen zu können.

 

Sisko beginnt Nachforschungen

Nach der Verhängung des Ausnahmezustands wurde Captain Sisko in Bezug auf Leytons wahre Absichten zunehmend skeptisch. Er begann eine Recherche der jüngsten Ereignisse und stieß dabei auf Ungereimtheiten. Stein des Anstoßes war neben Erlebnissen in seinem eigenen familiären Umfeld die Red Squad-Sabotageaktion. Obwohl die Operation erfolgreich umgesetzt wurde, hatten die Kadetten es versäumt, ein spezielles Transporterprotokoll zu manipulieren, welches die Demobilisierung der Einheit dokumentiert. Sisko verhörte einen der beteiligten Kadetten sowie weitere hohe Offiziere im Oberkommando und erhielt so nützliche Hinweise auf ein abgekartetes, von oben gesteuertes Vorgehen.

Zusätzliche Indizien für ein Staatsstreichvorhaben fand Sisko später in Form der bereits erwähnten Postenneubesetzungspläne, die alle unmittelbar vor dem 14. Mai, an dem eine große Rede des Präsidenten anstand, in Kraft treten sollten. Zudem gelang es Sisko, über seinen Ersten Offizier auf Deep Space Nine, Major Kira Nerys, nach Beweisen für seine vermutete Manipulation des Wurmlochs zu suchen. Tatsächlich entdeckte man kurz darauf den Subraummodulator und konnte Lieutenant Arriaga der Sabotage überführen.    

 

Scheitern des Putschversuches

Nach Als Sisko Leytons noch nicht verwirklichten Plänen einer vollständigen Regierungsübernahme zusehends gefährlich wurde, ersann der Admiral – nach einem gescheiterten Versuch, Sisko davon zu überzeugen, sich ihm anzuschließen – eine Finte. Mit einem gefälschten Bluttest überführte Leyton ihn als vermeintlichen Wechselbalg und inhaftierte Sisko. Dieser konnte allerdings wenig später von Odo befreit werden. 

Sisko stellte Leyton und ließ ihn wissen, dass die Defiant auf dem Weg zur Erde sei. Sie habe nicht nur technische Beweise, sondern auch seinen Vertrauten Lieutenant Arriaga selbst an Bord, der nach einem Verhör bereit sei, ein umfängliches Geständnis über die Manipulation des Wurmlochs durch Leyton sowie weitergehende Putschpläne abzugeben. Daraufhin erteilte Leyton der Lakota den Befehl, die Defiant, die angeblich von Wechselbälgern übernommen worden sei, mit allen Mitteln aufzuhalten. Es kam zu einem harten Kampf, bei dem beide Schiffe schwer beschädigt wurden und zwei Dutzend Besatzungsmitglieder ihr Leben verloren. Letztlich beendete Captain Benteen die Auseinandersetzung, da sie wusste, dass sich keine Wechselbälger an Bord der Defiant befanden. Damit wandte sich Leytons engste Vertraute von ihm ab.

Leytons Putschpläne waren dadurch nicht nur bekannt und die nötigen Beweise für seinen illegalen und verräterischen Akt zusammengetragen worden. Der Admiral kam seiner Absetzung durch Jaresh-Inyo zuvor, indem er selbst zurücktrat. Der Putsch war gescheitert.

 

Weitere Entwicklung und Einordnung

Nach Leytons Rücktritt und Inhaftierung wurde der Ausnahmezustand sofort zurückgenommen und sämtliche in Kraft getretenen Sicherheitsmaßnahmen revidiert. Der Umstand, dass es Leyton gelungen war, Siskos Bluttest authentisch zu fälschen, hatte allen Beteiligten vor Augen geführt, dass dies kein wirksames Mittel war, um Wechselbälger zu überführen. Tatsächlich sollte sich auch bei späteren Gelegenheiten herausstellen, dass es Gründern gelungen war, Bluttests zu fälschen und auch Phaserabtastungen zu widerstehen.

Letztlich kann die Leyton-Verschwörung als das Werk eines sehr mächtigen, von loyalen Unterstützern umgebenen und fehlgeleiteten Sternenflotten-Stabschefs angesehen werden, der glaubte, nur mit außerordentlichen militärischen Maßnahmen die Föderation schützen zu können. Rückblickend betrachtet schien Leyton genau gewusst zu haben, dass Bluttests kein hundertprozentig belastbares Beweismittel waren, weshalb vermutet werden kann, dass es ihm von vorneherein weniger um eine bessere Überwachung gegangen war als um die Vorstellung, nur eine mit allen Vollmachten ausgestattete Sternenflotte könne die Föderation nachhaltig gegen das Dominion verteidigen. Dabei war er jedoch blind für den Umstand, dass er durch seinen beabsichtigten Staatsstreich die demokratische und freiheitliche Ordnung des interstellaren Völkerbundes zu Grabe getragen hätte. Sisko selbst sollte ihn bei ihrem letzten Gespräch damit konfrontieren, indem er Leyton fragte: „Sie wollen das Paradies schützen, indem sie es zerstören?“

Unabhängig davon, dass Leyton mit seinen Putschplänen erstaunlich weit kam, ist fraglich, inwiefern sein Vorhaben in einer derart gefestigten, mit Checks und Balances ausgestatteten Demokratie wie der Föderation überhaupt realistisch gewesen wäre. Hieran lässt sich trefflich zweifeln. Angenommen werden kann, dass Leyton, wäre er tatsächlich bis zu einer faktischen Absetzung Jaresh-Inyos vorgestoßen, in der Föderation vorübergehend ein innenpolitisches Chaos verursacht hätte, das massive Gegenkräfte gegen seinen Kurs auf den Plan gerufen hätte, insbesondere seitens des Föderationsrats und der verfassungstreuen Mehrheit innerhalb der Sternenflotte. Es hätte Zeit in Anspruch genommen, die Situation wieder zu bereinigen und die verfassungsmäßige Ordnung wiederherzustellen.

Daher stellt sich die Frage, inwiefern der Putschversuch am Ende vielleicht indirekt vom Dominion orchestriert worden war. Zwar gibt es Beweise, dass Leyton kein Wechselbalg gewesen war, aber die Umstände seiner kurzfristigen und sehr überraschenden Beförderung zum Stabschef waren merkwürdig. Möglicherweise hatten Formwandler, indem sie im Wahlgremium der Sternenflotten-Admiräle Personen ersetzten, Einfluss auf Leytons Aufstieg genommen (seine Wahl war denkbar knapp ausgefallen). Die Gründer hatten schon bei anderen Gelegenheiten eine hämische Freude gezeigt, wenn Angst und Paranoia vor dem Dominion bei ihren Feinden innere Grabenkämpfe und Zerrüttungen verursachten. Eine Unterstützung für diese – niemals bestätigte – Theorie ist, dass Captain Sisko tatsächlich einem Wechselbalg auf dem Areal des Sternenflotten-Hauptquartiers begegnete. Dieser hatte die Erscheinung seines Cheftechnikers Miles Edward O’Brien angenommen und sagte ihm: „Am Ende wird es Ihre Angst sein, die Sie vernichtet.“

Wirklich erschreckend an der Leyton-Verschwörung ist, dass sie mit all den Opfern, die sie forderte, nur aufgrund der Furcht vor dem Dominion zustande kam. Der eigentliche Krieg (2373-75) hatte noch nicht einmal begonnen. Die Gründer hatten - ohne dass sie groß in Aktion traten - einmal mehr demonstriert, dass sie es meisterhaft verstanden, Angst als Waffe zu verwenden, und ebenso wenig wie die anderen Großmächte war die Föderation dagegen immun gewesen. Erleichternd ist indes der Umstand, dass dank der kritischen Ermittlungen von Captain Benjamin Sisko die richtigen Schlüsse aus dieser inneren Krise gezogen wurden. Trotz der großen Bedrohung, die vor der Föderation lag, besann sie sich wieder auf ihre Prinzipien.

 

Referenz

TOS TNG DS9 VOY ENT ST-Romane/Comics
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