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Datenbank / Historische Ereignisse / 2365-81: Borg-Chronologie

 

 

Diese kompakte Borg-Chronologie listet sämtliche Kontakte der Vereinigten Föderation der Planeten mit dem Borg-Kollektiv auf. Zudem werden wichtige Hinweise auf die Existenz der Borg zusammengetragen, die es aus Sicht der Planetenallianz gibt, bevor es 2365 zum offiziellen Erstkontakt kommt.

 

Inoffizielle Kontakte

Obwohl es erst in der zweiten Hälfte des 24. Jahrhunderts zu einer genuinen Kontaktaufnahme zwischen Föderation und Borg-Kollektiv kam, gab es seit dem 22. Jahrhundert gewisse Verdachtsmomente auf das Bestehen eines kybernetischen Kollektivs. Da hier die Erklärung der Zusammenhänge ausgesprochen schwierig ist, wird eine Deutung der Ereignisfolge versucht, ohne die historische Wirklichkeit zu verfälschen.

  • 2153: In der irdischen Arktis wurden kybernetisch veränderte Wesen gefunden, bei denen es sich um Borg-Drohnen handelte, die den Absturz der von der U.S.S. Enterprise-E im Jahr 2063 zerstörten Zeitreisesphäre (ursprünglich zurückgereist aus dem Jahr 2373) überlebten und im Eis konserviert wurden. Zu diesem Zeitpunkt wusste niemand, dass es sich um Borg handelt und worin ihre Fähigkeiten bestehen. Nachdem die Wesen begannen, das Wissenschaftsteam, welches sie fand, und das zugehörige Forschungsschiff zu assimilieren, wurde die U.S.S. Enterprise, NX-01, darauf angesetzt, sie zu verfolgen. Zwar konnte das Schiff letztlich zerstört werden, allerdings gelang es ihm, ein Signal in den fernen Delta-Quadranten zu senden, welches Berechnungen zufolge aber erst in Jahrhunderten dort ankommen würde. Captain Jonathan Archer erinnerte sich wenig später an eine Rede des betrunkenen Zefram Cochrane, in der er von kybernetischen Wesen aus der Zukunft gesprochen hatte. Weshalb die Sternenflotte diese Spur - offiziell zumindest - nicht weiter verfolgte, muss offen bleiben. Möglicherweise ist sogar eine schwerwiegende Informationspanne hierfür verantwortlich. (Anmerkung: In meinem Roman Omnipotent Identity erkläre ich die Begegnung mit den Borg im Jahr 2153 mit einer Intervention aus dem Q-Kontinuum, die später wieder rückgängig gemacht wird.)
  • 2293: Über einhundert Jahre später erreichten el-aurianische Flüchtlinge allmählich die Föderation. Zu dem Zeitpunkt, als die U.S.S. Enterprise-B ihren Jungfernflug abhielt, schien die Spezies bereits in den Datenbanken verzeichnet worden zu sein. Da dieses Volk sehr verschlossen ist, kann nicht abschließend geklärt werden, inwieweit es ausführliche Informationen über die Zerstörung seiner Heimatwelt durch die Borg preisgab. Die lange Reise auf relativ primitiven Schiffen brachte es aber höchstwahrscheinlich mit sich, dass die El-Aurianer der Föderation ausschließlich durch Mundpropaganda auf die erlebte Invasion aufmerksam machen konnten, was möglicherweise die Bedrohungsperzeption aus Sicht der Planetenallianz schmälerte oder die Schilderungen sogar unglaubwürdig erscheinen ließ.
  • 2355: In wissenschaftlichen Kreisen in der Föderation gab es - vermutlich aufgrund der bisher genannten Anhaltspunkte - sich verdichtende Gerüchte über die Existenz der Borg, obgleich sie ein Mythos geblieben waren. Die Exobiologen Magnus und Erin Hansen fielen bei dem Versuch auf, den Wissenschaftsrat der Föderation davon zu überzeugen, dass es diese Wesen wirklich gibt. Da ihnen jedoch eine offizielle Anerkennung ihrer theoretischen Postulate verwehrt blieb, entschieden sie sich Mitte des 24. Jahrhunderts, mit dem Forschungsschiff Raven eigenhändig Richtung Delta-Quadrant aufzubrechen. Die Reise nahm Jahre in Anspruch, und da die Hansens nach der Begegnung mit einem Kubus assimiliert wurden, ergab sich für sie keine Gelegenheit mehr, in die Föderation zurückzukehren und die gesammelten Erkenntnisse vorzulegen.
  • 2362-64: In den folgenden Jahren kam es in den entlegeneren Regionen des Beta-Quadranten zum ungeklärten Verschwinden mehrerer Föderations- und Sternenflotten-Schiffe, wie z.B. der U.S.S. Tombaugh. Ende 2364 beendeten die Romulaner ihre zweite Isolationismusphase mitunter deshalb, weil sie die Föderation verdächtigten, für die Zerstörung ihrer entfernteren Außenposten entlang der Neutralen Zone verantwortlich zu sein. Da die Planetenallianz ebenfalls Außenposten verloren hatte, blieb die Frage offen, welche Macht derartige Aktionen verübt haben mochte.

 

Offizielle Kontakte im Alpha-Quadranten und Borg-Krisen

Zwar ist davon auszugehen, dass die Borg bereits wesentlich früher auf die Menschheit beziehungsweise die Föderation aufmerksam geworden waren, aber erst in der zweiten Hälfte des 24. Jahrhunderts erfolgte die offizielle Kontaktaufnahme seitens der Planetenallianz. Erst nach diesem Ereignis begannen die Borg, die Föderation offen anzugreifen.

  • 2365: Bedingt durch die Intervention des omnipotenten Geschöpfs Q, wurde die U.S.S. Enterprise-D um viele Lichtjahre an die Peripherie des Beta-Quadranten versetzt. Dort begegnete sie einem fremdartigen, kubusförmigen Schiff, welches von der El-Aurianerin Guinan als Borgschiff erkannt wurde. Durch das Einwirken Qs wurde nicht nur ein Erstkontakt mit den Borg herbeigeführt, sondern zudem erstmals herausgefunden, dass jene kybernetischen Wesen nicht als Individuen, sondern zusammengeschaltetes Kollektiv existieren. Die Borg unterließen zunächst groß angelegte Assimilationsversuche, da sich ihnen die Möglichkeit bot, die Enterprise zu studieren. Später schnitten sie einen Teil des Diskurssegments aus dem Schiff, wobei achtzehn Crewmitglieder verloren gingen. Die anschließenden Versuche der Borg, die Enterprise in ihre Gewalt zu bekommen, wurden durch Q unterbunden, welcher das Schiff an seinen Ausgangspunkt im Alpha-Quadranten zurückbrachte. Da nun jedoch klar war, dass die mächtigen Borg eines Tages vor den Grenzen der Föderation auftauchen würden, begann die Sternenflotte umfassende taktische Vorbereitungen. In diesem Zusammenhang ist erwähnenswert, dass ursprünglich angenommen wurde, Q hätte den Erstkontakt mit den Borg erzwungen und dadurch die kommenden Borg-Krisen provoziert. Nach heutigem Stand der Erkenntnisse muss man dieses Urteil jedoch revidieren: Vielmehr könnte es sein, dass der Omipotente der Föderation durch sein Eingreifen sogar einen beachtlichen Vorteil verschaffte. Weil das ursprüngliche Signal, welches das Kollektiv auf die Erde aufmerksam machte, bereits im 22. Jahrhundert abgeschickt worden war, befanden sich die Borg ohnehin auf dem Weg Richtung Föderation. Trotz mehrerer Hinweise in den letzten Jahrhunderten war es maßgeblich Q, der die umfassende Bedrohungsperzeption in den Augen der Föderation erwachen ließ und auf diese Weise die Abwehr künftiger Invasionen erst möglich machte.
  • 2366/67: Etwa ein Jahr später begann der erste Schlag der Borg gegen die Föderation mit der Zerstörung der entlegenen New Providence-Kolonie auf Jouret IV. In der Schlacht von Wolf 359 versuchte die Sternenflotte, unterstützt um einige klingonische Einheiten, den weiteren Vorstoß des Kubus zur Erde zu verhindern. Allein auf Föderationsseite gingen dabei 39 Schiffe mit über zehntausend Besatzungsmitgliedern verloren, darunter die U.S.S. Saratoga, die U.S.S. Melbourne, die U.S.S. Tolstoy und die U.S.S. Kyushu. Die Borg zerschmetterten die Armada und drangen noch tiefer ins Kerngebiet der VFP ein. Als sie bereits die Erde erreicht hatten, gelang es der Enterprise mithilfe des Androiden Data und des assimilierten Captains Jean-Luc Picard, der intern Widerstand leistete, sich in das Hive-Bewusstsein einzuklinken, den Ruhemodus des Kubus zu aktivieren und ihn daraufhin zu zerstören.
  • 2367-70: Ungeachtet dieser Niederlage, hatten die Borg begonnen, in das südliche Quadrantengefüge einzufallen. So kam es - neben vereinzelten Gefechten zwischen Sternenflotten-Schiffen mit Borg-Scouts (z.B. U.S.S. Excalibur) - bereits 2368 zur nächsten Begegnung, diesmal mit einem kleinen Aufklärungsschiff, das auf einem Planeten abgestürzt war. Die Enterprise konnte einen überlebenden Borg bergen und erhielt erstmalig die Möglichkeit, eine Drohne zu studieren, die vom kollektiven Bewusstsein abgeschnitten worden war. Hierbei zeigte sich, dass die individuelle Identität durch das Hive nicht ausgelöscht, sondern autoritär unterdrückt wird. Der angedachte Plan der Sternenflotte, ein Virus in den 'Hugh' genannten Borg einzuschleusen und ihn dann zum Kollektiv zurückzuschicken, wurde aus moralischen Erwägungen fallen gelassen. Ende 2369 versuchte der Androide Lore eine Gruppe von abtrünnigen Borg für einen Krieg der kybernetischen Lebensformen gegen die organischen Völker zu gewinnen und sah in seinem ersten Ziel die Föderation. Lore konnte unschädlich gemacht werden, und mithilfe des Borg Hugh erklärten sich die vom Kollektiv getrennten Borg unabhängig.
  • 2373: Einige Jahre später unternahm das Kollektiv seinen zweiten Versuch, mittels eines Kubus die Erde zu assimilieren. Aufgrund einer besseren Nutzung der Transwarpkanäle konnte der Würfel trotz verbesserter Frühwarnsysteme der Sternenflotte erneut ins Föderationsgebiet einfallen, ohne zunächst entdeckt zu werden. Den Borg gelang es, die vorgelagerte Kolonie auf Ivor Prime zu vernichten, woraufhin sie mit den Langstreckensensoren entdeckt wurden. Kurz darauf vernichteten sie auch die Raumstation Deep Space Five. Ein Versuch, sie mithilfe einer Flotte im Typhon-Sektor aufzuhalten, schlug fehl. Die Borg wurden in mehrere schwere Kämpfe verwickelt und trugen Schäden von den neuen Sternenflotten-Arsenalen davon, schafften es jedoch einmal mehr, bis ins Sol-System vorzudringen. Mithilfe von Captain Picards Spezialwissen gelang es zwar, den Würfel zu stoppen, doch gelang es den Borg, eine kleine Sphäre abzusetzen, die Kontakt mit der Erde herstellte und zwecks einer bis dato völlig unbekannten Technologie in die Vergangenheit reiste. Ziel war das Jahr 2063, unmittelbar vor dem Ersten Kontakt mit den Vulkaniern. Die Borg beabsichtigten, das Zustandekommen der Föderation zu verhindern, um so die Menschheit zu versklaven. Nur weil es der U.S.S. Enterprise-E gelang, sich rechtzeitig in den temporalen Strudel hineinzubegeben, konnten die Borg verfolgt und ihre Absichten vereitelt werden. Die Herstellung des Ersten Kontakts konnte gewahrt bleiben und somit auch der normale Verlauf der Zeitlinie. Kurz darauf kehrte die Enterprise mithilfe der chronometrischen Einstellungen der Sphäre zurück ins 24. Jahrhundert.

 

Offizielle Kontakte im Delta-Quadranten

Zusätzlich zu den Erfahrungen der Föderation mit den Borg im Alpha- und Beta-Quadranten, ereigneten sich ein paar einschneidende Begegnungen im Delta-Quadranten, der Heimatregion des Kollektivs. Diese beziehen sich ausschließlich auf die Erfahrungen der sieben Jahre verschollenen U.S.S. Voyager, hatten aber Auswirkungen für die gesamte Föderation.

  • 2374/75: Die Borg drangen in den so genannten Fluiden Raum ein, um die weit fortgeschrittene Spezies 8472 zu assimilieren. Es begann ein Krieg zwischen Spezies 8472 und den Borg, da letztere erfolgreich Widerstand leistete. Zu diesem Zeitpunkt durchquerte die Voyager den Borg-Raum und war gezwungen, eine Allianz mit den Borg gegen Spezies 8472 einzugehen. Spezies 8472 konnte besiegt und in den Fluiden Raum zurückgetrieben werden. Im Zuge dieser Begegnung verblieb die Borg-Drohne Seven of Nine an Bord der Voyager und wurde vom Kollektiv getrennt.
  • 2375-77: Während der kommenden Jahre reiste die Voyager weiter dicht am Borg-Territorium entlang. Es kam zur Aufnahme weiterer ehemaliger Borg in die Crew, deren ursprüngliche Individualität durch Trennung vom Hive wieder hergestellt wurde. Zusätzlich gab es mehrere Gelegenheiten, Erfahrungen mit den medizinisch-technologischen Fertigkeiten der Nanosonden zu machen.
  • 2377/78: Aufgrund bestimmter Mutationen bei einigen Drohnen, die im Regenerationszyklus eine Traumwelt - Unimatrix Zero - erschafften, entstand ein Aufstand unter den Borg. Zwar wurde er zuletzt niedergeschlagen, doch die Hoffnung bestand, dass eines Tages eine umfassende Befreiungsbewegung aus dem Kollektiv heraus entstehen könnte.
  • 2378: Ein Jahr später wurde die Borg-Königin von einer alten Admiral Janeway aus der Zukunft getötet sowie ein Großteil des Unikomplex, Hauptbasis der Borg, zerstört. Diese Gelegenheit nutzte die Voyager, um über das Transwarpnetzwerk des kybernetischen Gegners in den Alpha-Quadranten zurückzukehren, wo sie das vielfältige, gesammelte Wissen über die Borg der Föderation zur Verfügung stellen konnte.

 

Weitere Kontakte und Ende des Kollektivs

Im Rahmen der Star Trek-Romane, namentlich dem Next Generation- und Voyager-Relaunch sowie der Destiny-Trilogie, wird die Geschichte des Kollektivs weiter erzählt und an ein Ende gebracht.

  • 2378: Als sich unmittelbar nach Rückkehr der Voyager ein Borg-Virus wie ein Schnupfen auf der Erde ausbreitete, ergaben Ermittlungen der Sternenflotte, dass das Kollektiv die Voyager als trojanisches Pferd verwendet hatte. Die Borg-Seuche wurde von einer neuen Königin gesteuert, die aus den Reihen des Oberkommandos kam. Es handelte sich um eine Admiralin, die durch das so genannte Royal Protocol langsam in eine Borg verwandelt wurde. Nach dem Tod der alten Borg-Königin im Delta-Quadranten wurde das Protokoll aktiviert. Hierbei beabsichtigten die geschwächten Borg, ihr neues Hauptquartier auf der Erde entstehen zu lassen. Dieser Versuch konnte abgewehrt werden.
  • 2380: Anderthalb Jahre später stieß die Enterprise im Alpha-Quadranten auf einen vom Kollektiv abgeschnittenen Kubus, dessen internes Borg-Kollektiv sich weiter entwickelt hatte. Diese Drohnen zeigten nicht nur extreme Emotionen und hatten ihr Schiff dahingehend verbessert, dass es andere Schiffe absorbieren konnte, sondern hegten das Motiv, die Erde auszulöschen. Im Zuge dieser dritten Borg-Krise, die in einem neuerlichen Angriff auf das Sol-System kulminierte, wurde Admiral Janeway getötet. Weitere Versuche der Borg, sich nach Zerstörung des Kubus mithilfe der assimilierten U.S.S. Einstein wieder aufzubauen, konnten anschließend gestoppt werden.
  • 2381: Wenige Tage später begann das originale Borg-Kollektiv einen nie da gewesenen Vernichtungsfeldzug gegen die Föderation und den Alpha-Quadranten. In Anbetracht der erlittenen Schäden durch die Planetenallianz war nun - wie auch beim vorherigen Kubus - nicht mehr Assimilation, sondern die Ausrottung das Ziel. Diese in der Destiny-Trilogie ausgebreitete Geschichte eröffnete nicht nur die Entstehungshintergründe der Borg, sondern führte zur Auflösung des Kollektivs durch die so genannten Caeliar.

 

Referenz

TOS TNG DS9 VOY ENT ST-Romane/Comics
  1x26 1x01 3x26 2x23 Resistance (TNG)
  2x16 1x02 4x01   Before Dishonor (TNG)
  3x26   4x06   Greater Than The Sum (TNG)
  4x01   5x07   Homecoming (VOY)
  5x23   6x16   The Farther Shore (VOY)
  6x26   6x19   Gods of Night (Destiny)
  7x01   6x26   Mere Mortals (Destiny)
  ST VII   7x01   Lost Souls (Destiny)
  ST VIII   7x25    
      7x26